Umfassende weltweite Krise – Erstes Halbjahr 2012: Dezimierung der Banken in den westlichen Staaten


- Pressemitteilung des GEAB vom 17. Oktober 2011 -



Umfassende weltweite Krise – Erstes Halbjahr 2012: Dezimierung der Banken in den westlichen Staaten
Wie LEAP/E2020 es für das zweite Halbjahr 2011 vorhergesehen hat, versinkt die Welt tiefer und tiefer in der Krise. Die Welt- und öffentliche Ordnung zerfällt im gleichzeitigen Ansturm der Währungs-, Finanz-, Wirtschafts-, Sozial und Politikkrisen. 2010 und auch noch zu Jahresanfang 2011 dominierte die Legende von einem Aufschwung und dem Ende der Krise in Wirtschaft, Politik, Medien und der öffentlichen Meinung. Daran glaubt so gut wie niemand mehr. Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen treffen heute ihre Entscheidungen in dem Bewusstsein vom prekären Zustand dieser Welt. Dies erzeugt ein latentes Gefühl der Panik, das sich in den kommenden Jahre noch verstärken wird. Angesichts der allgemeinen Lage ist dies auch sehr verständlich: Soziale Spannungen wachsen, Unruhen brechen aus, die Politik ist ohnmächtig, Regierungen stehen vor dem Zusammenbrechen, die Weltwirtschaft versinkt in der Rezession, die Kapitalausstattung der Banken lässt für viele von ihnen einen Bankrott befürchten, die Staaten liefern sich Währungskriege, tausende Milliarden US-Dollar an Scheinvermögen haben sich in den letzten drei Monaten in Luft aufgelöst, die Arbeitslosigkeit steigt...

Der katastrophale Zustand des Weltfinanz- und Wirtschaftssystems wird im ersten Halbjahrs 2012 eine « Dezimierung (1) der Banken in den westlichen Staaten» provozieren. Ihre Erträge brechen ein, ihre Bilanzen stecken voller Scheinwerte, ihre Geschäftspraktiken wollen die Staaten einer schärferen staatlichen Kontrolle unterwerfen (2), einigen Banken droht sogar die Verstaatlichung, und ihr Erscheinungsbild in den öffentlichen Meinungen ist auf dem denkmöglichen Tiefpunkt. Das Schafott ist nunmehr errichtet und mindestens jede zehnte Bank in den westlichen Staaten (3) wird in den nächsten Quartalen die Stufen zu ihm hinaufsteigen.

Dennoch lassen sich in diesem so chaotisch wirkenden Umfeld immer deutlicher die die Zukunft bestimmenden Trends identifizieren, tauchen vereinzelt auch positive Perspektiven auf. Überhaupt ist die Zukunft für den, der in der Lage ist, die globale Entwicklung mit der Sichtweise der Welt nach der Krise zu analysieren, anstatt sie immer noch anhand von Kriterien zu messen, die für die Welt vor der Krise richtig waren, bei Weitem nicht so unsicher, wie sie erscheinen mag.

In dieser 58. Ausgabe des GEAB stellen wir weiterhin unsere Vorhersagen für die zu erwartende Entwicklung von 40 Staaten in den Jahren 2012 bis 2016 vor. Wir wollen und werden zeigen, dass es auch im herrschenden Chaos möglich ist, den allgemeinen Zustand der Welt zu beschreiben und die großen Trends herauszuarbeiten (4). In diesen Zeiten ist dies ein unschätzbar wichtiges Hilfsmittel für Investoren, Unternehmer und Politiker. Darüber hinaus stellen wir den neuen GEAB-$-Index und unsere Empfehlungen zu Gold, Devisen und Immobilien vor. Natürlich geben wir auch Ratschläge, wie man sich gegen die Folgen der bevorstehenden Dezimierung der Banken in den westlichen Staaten schützen kann.

Die Dezimierung (5), von der wir hier sprechen, ist bei genauer Betrachtung eine dreifache, deren schwerwiegendste Folge darin bestehen wird, dass – nach unserer Einschätzung – zwischen 10% und 20% der Banken vom Markt verschwinden werden. Dreifach ist sie, weil
- die Zahl der Mitarbeiter dezimiert wird;
- die Profite dezimiert werden;
- und schließlich auch, wie bereits erwähnt, die absolute Zahl der Banken dezimiert wird.

Das bedeutet, dass Bedeutung und Einfluss des westlichen Finanzsektors in der Weltwirtschaft massiv zurückgehen werden. Das wird natürlich auch in anderen Teilen der Welt Auswirkungen auf Banken und andere Finanzinstitute und – Akteure wie Versicherungen, Pensionsfonds und Ähnliche zeitigen.

Ein Beispiel für Bankenwerbung in Zeiten der umfassenden weltweiten Krise Intesa SanPaolo vergleicht seine Stresstestergebnisse mit denen seiner europäischen Konkurrenten  (und insbesondere mit dem ersten Opfer der Bankenkrise Dexia)  (6)
Ein Beispiel für Bankenwerbung in Zeiten der umfassenden weltweiten Krise Intesa SanPaolo vergleicht seine Stresstestergebnisse mit denen seiner europäischen Konkurrenten (und insbesondere mit dem ersten Opfer der Bankenkrise Dexia) (6)
und seiner Minister (7), der Experten in Washington und an der Wall Street sowie überhaupt aller großen Medien (8) begeben, die in den letzten Monaten alle Entwicklungen und Fassetten der umfassenden weltweiten Krise in einer Schuldzuweisung an Griechenland und den Euro resümierten. Dann könnte dieser Teil der monatlichen Ausgabe des GEAB deutlich kürzer ausfallen. Allerdings wäre es ein Verrat an den Ansprüchen, die wir an unsere Arbeit stellen. Schließlich sind wir der einzige Think tank, der nicht nur den Ausbruch, sondern auch den präzisen Ablauf der Krise in all ihren Phasen korrekt vorhergesagt hat. Wir werden nicht unsere Methode der Antizipation gegen Vorurteile eintauschen, die uns jeder Fähigkeit zur Weitsicht berauben würden. Wir erinnern in diesem Zusammenhang auch noch einmal daran, dass trotz aller Schwanengesänge auf den Euro die Gemeinschaftswährung immer noch stark ist (9); Euroland hat in nur sechs Wochen die beindruckende Leistung vollbracht, dass 17 nationale Parlamente die Ausweitung des europäischen Stabilisierungsfonds gebilligt haben (10). Wir werden auch weiterhin den Verlockungen vorgefertigter Meinungen entsagen und uns die Arbeit machen, die wahren Entwicklungen hinter den dem Chaos, den Manipulationen und Verzerrungen sichtbar zu machen. Denn nur so wird die Lage verständlich und die weitere Entwicklung vorhersehbar (11).

Wenn von « Banken“ die Rede ist, denkt man schon seit fast ewigen Zeiten vor allem an die Londoner City und an Wall Street (12). Und das ist auch richtig, denn London (seit mehr als 200 Jahren) und New York (seit beinahe 100 Jahren) sind die Zentren des internationalen Finanzsystems; dort sitzen die großen Banker der Welt. Jede globale Bankenkrise wie überhaupt jede große Entwicklung im Bankensektor nimmt ihren Ausgang in diesen beiden Städten. Und sie münden auch dort. Denn das moderne globale Finanzsystem ist ein riesiger Prozess eines immerwährenden Kreislaufs der in diesen beiden Städten und für diese beiden Städte erzeugten reellen oder virtuellen Reichtümer (13).

Die historisch bedeutsame Dezimierung der Banken in den westlichen Staaten, die bald einsetzen und sich über einige Quartale hinziehen wird, kann daher nur verstanden und beurteilt werden, wenn die Rolle der Londoner City und der Wall Street in die Analyse dieses finanziellen Debakels einbezogen wird. Zweifelsohne spielen auch Griechenland und der Euro dabei eine Rolle, wie wir in vorhergehenden Ausgaben des GEAB geschrieben haben; aber sie sind Auslöser, nicht Verursacher. Die Schulden Griechenlands von heute sind die unethischen Geschäftspraktiken der Banken von gestern, die in der aktuellen Krise für alle sichtbar werden; der Euro ist die Nadel, der den Luftballon der gegenwärtigen Finanzindustrie zum Platzen bringt. Es sind die beiden Finger, die auf das Problem deuten; sie sind aber nicht das Problem. Nach dem chinesischen Sprichwort sieht aber der Idiot immer nur den Finger des Weisen und nicht das, auf das er deutet (14).

Wenn man die Zukunft der Banken der westlichen Staaten vorhersagen möchte, muss man nach London und der Wall Street schauen. Denn dort sammeln sich die Herden der Banker, um jeden Abend ihren Liquiditätsbedarf an der Dollarquelle zu stillen. Und der Zustand des westlichen Bankensystems lässt sich an der Entwicklung der dortigen Mitarbeiterzahlen der Banken und ihrer Ertragslage ablesen. Anhand dieser beiden Faktoren kann man ablesen, ob sie überleben oder verschwinden werden.

Die Dezimierung der Bankmitarbeiter

Für die Mitarbeiter der Banken sieht das Bild recht düster aus. Nicht einmal die „Stars“ unter den Bankers können sich ihres Arbeitsplatzes noch so sicher sein. Seit Mitte 2011 folgt an Wall Street und in der City eine Massenentlassungen der vorhergehenden auf dem Fuß; auch die zweitrangigen Finanzplätze wie die Schweiz und europäische und japanische Banken bleiben davon nicht verschont. Insgesamt sind in zwei riesigen Entlassungswellen mehrere Hunderttausend Arbeitsplätze in der Finanzindustrie verschwunden: Die erste überspülte 2008-2009 den Bankensektor, die zweite vor dem Sommer 2011. Die Katastrophe ist aber noch nicht überstanden; das Wasser steigt Monat für Monat höher. Die Vorstände der großen Banken der westlichen Staaten haben aber keine andere Wahl: Sie müssen Kosten senken. In der gegenwärtigen weltweiten Rezession, wegen der - als Folge der aktuellen geopolitischen Umbrüche und der Gewichtsverschiebung in der Weltwirtschaft (15) - geringeren Kapitalzuflüsse in die USA und nach Großbritannien sowie der einsetzenden Regulierung der Finanzindustrie (die mehr und mehr den Banken die gerade in den letzten zehn Jahren so besonders rentablen Geschäftsfelder entzieht und lukrativen Finanzpraktiken verbietet) steht den Banken das Wasser bis zum Hals. Die einfachste Lösung ist da natürlich, abertausende Mitarbeiter auf die Straße zu setzen. Aber noch nicht einmal dabei beweisen die Banker Weitsicht und machen entsprechend ihrer Geschäftslage einen harten, aber einmaligen Schnitt. Vielmehr stellen sie ungefähr alle sechs Monate fest, dass sie das Ausmaß des Problems zu gering eingeschätzt haben und sie eine weitere Entlassungswelle entfesseln müssen. Da sich für November und Dezember 2011 in den USA ein perfekter Sturm in Politik und Finanzindustrie ankündigt (16), gehen wir davon aus, dass zu Beginn 2012 mit einer neuen Entlassungswelle zu rechnen sein wird. Wenn man weiß, dass bei Goldman Sachs inzwischen aus Kostengründen (17) die Zahl der Grünpflanzen in den Büros begrenzt ist, kann man sich ausrechnen, dass die Kostenjäger der Banken in den nächsten Quartalen viel zu tun haben werden. Wenn sogar die Grünpflanzen in den Büros abgezählt werden, weiß man, dass bald die pink slips (18) zahlreich in die Büros flattern.

Die Dezimierung der Bankenzahl

Das Bankensystem der westlichen Staaten ähnelt immer mehr ihrer Stahlindustrie in den siebziger Jahren. Die Stahlkönige hatten geglaubt, die Herren der Welt zu sein (sie mischten sich sogar in Weltpolitik ein, als sie sich aktiv am Ausbruch der Weltkriege beteiligten); als die Banker in die Rolle der „Herren des Universums“ schlüpften, glaubten sie sogar an ihren göttlichen Auftrag, wie der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs in einem Interview zum Besten gab. Die Stahlindustrie war damals und durch Jahrzehnte hindurch die „Speerspitze“ wirtschaftlicher Macht, Ausdruck der wirtschaftlichen Potenz eines Staates. Macht wurde in Millionen Tonnen Stahl ausgedrückt, wie später in Milliardengewinnen für Banken und Millionen–Boni für Banker und Händler. Und dann veränderten sich die Bedingungen. Bei der Stahlindustrie vollzog sich der Wandel in zwei Jahrzehnten (bei den Banken in lediglich zwei bis drei Jahren (19)): Verschärfter Wettbewerb, einbrechende Erträge, Massenentlassungen, Verlust des politischen Einflusses, Ende der Riesensubventionen und schließlich Verstaatlichung und/oder Restrukturierung, an deren Ende die Stahlindustrie auf ein Maß geschrumpft war, das im Vergleich zu seiner Hochphase winzig war (20). Die Banken stehen erst am Beginn der Verstaatlichung-/Restrukturierungsphase, aber sie können bei einem Blick zurück auf die Stahlindustrie schon sehen, wohin ihre Reise bis 2013 geht.

Entwicklung der Aktienkurse (und damit der Verluste der Steuerzahler) seit dem Kauf großer Teile von RBS und Lloyds durch den britischen Staat - Quelle: Guardian, 10/2011
Entwicklung der Aktienkurse (und damit der Verluste der Steuerzahler) seit dem Kauf großer Teile von RBS und Lloyds durch den britischen Staat - Quelle: Guardian, 10/2011
An der Wall Street mussten sich Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan schon von heute auf morgen in normale Geschäftsbanken wandeln, um 2008 vom Staat gerettet werden zu können. In Großbritannien musste der Staat ganze Teile des Bankensystems verstaatlichen; bis heute zahlt der britische Steuerzahler dafür einen hohen Preis. Denn die Kurse der Banken sind 2011 erneut in den Keller gerutscht (21). Das gilt überhaupt für den gesamten Bankensektor in den westlichen Staaten: Die meisten privaten oder börsennotierten Finanzinstitute sind heute fast wertlos. Ihr Börsenwert hat sich geradewegs in Luft aufgelöst. Ab 2012 steht damit den Staaten die Möglichkeit offen, sie relativ preiswert verstaatlichen zu können. Wir gehen davon aus, dass die Regierungen der USA und Japans sowie in Europa im nächsten Jahr diesen Schritt gehen müssen. In den USA könnte es Bank of America (22), CitiGroup oder auch Morgan Stanley (23) treffen, in Großbritannien (24) RBS (25) oder Lloyds, in Frankreich die Société Générale, in Deutschland die Deutsche Bank (26) und in der Schweiz (27) UBS (28). Es wird auch einige sehr große Banken geben, von denen man momentan noch glaubt, dass sie „too big to fail“ wären, die fallen werden. In ihrem Fall werden sie eine ganze Reihe von kleineren und mittleren Banken mitreißen, wie z.B. die Max Bank in Dänemark, die gerade Bankrott gegangen ist (29).

Angesichts dieses Blutbads unter den Banken werden sich die Staaten insbesondere in diesen Zeiten der knappen Staatsfinanzen und Sparpolitik, magerer Steuereinnahmen und wachsendem öffentlichen Unmut über Bankenrettung außer Stande sehen, alle Banken zu retten (30). Die Regierungen werden sich auf eine Wahrung der Interessen der Sparer (31) und der Angestellten konzentrieren müssen. Da ist auch der maximale Gegenwert an Wählergunst zu holen. Hingegen wäre eine Konzentration auf die Interessen der Bankvorstände und der Aktionäre nicht nur wirtschaftlich ineffizient, wie der Präzedenzfall 2008 gezeigt hat (32), sondern würde sich auch in der Wählergunst sehr negativ niederschlagen. Finanzaktien werden in dieser allgemeinen Lage massiv an Wert verlieren (Versicherungen inbegriffen, die von der öffentlichen Meinung mit Banken über einen Leisten geschlagen werden). Das wiederum verschlimmert die finanzielle Schieflage der Hedge funds, Pensionsfonds (33) und andere Finanzoperateure, die traditionell eng mit dem Finanzsektor der westlichen Staaten verflochten sind. Dadurch wird der Kreditmarkt noch weiter schrumpfen, was wiederum die Rezession verschärfen wird (34).

Entwicklung der Schulden der öffentlichen Hand weltweit (1990-2010)   (in Prozent des BIP, nach 2010- Wechselkursen berechnet) - Quellen: BRI / McKinsey, 08/2011
Entwicklung der Schulden der öffentlichen Hand weltweit (1990-2010) (in Prozent des BIP, nach 2010- Wechselkursen berechnet) - Quellen: BRI / McKinsey, 08/2011
Da der Finanzmarkt in den westlichen Staaten deutlich schrumpfen wird, werden auf ihm auch entsprechend weniger Banken Platz finden. In einigen Ländern, insbesondere in denen, in denen die großen Banken unter sich mehr als 70% des Gesamtmarkts ausmachen, wird dies unweigerlich dazu führen, dass auch große Banken untergehen. Da können deren Vorstände, Stresstestorganisatoren oder auch Rating Agenturen anderes behaupten so lange und so laut sie wollen (35). Als Aktionär (36) oder Kunde einer Bank, die im ersten Halbjahr 2012 verschwinden könnte, sollte man natürlich Vorkehrungen treffen. Wir werden in dieser Ausgabe entsprechende Empfehlungen vorlegen. Wenn man Vorstand oder Angestellter einer solchen Bank ist, sieht die Lage schwieriger aus. Denn inzwischen ist nach unserer Auffassung die Krise soweit fortgeschritten, dass zahlreiche Insolvenzen nicht mehr vermieden werden können. Aufgrund der vorhergegangen Massenentlassungen wird es nicht leicht sein, im Bankensektor wieder Fuß zu fassen. Wer aber Angestellter einer Bank ist, dem man ein interessantes Angebot für einen freiwilligen Abschied vorlegt, dem raten wir, es anzunehmen. Denn in einigen Monaten sind Abschiede nicht mehr freiwillig und sie werden auch nicht mehr von Abfindungszahlungen begleitet.


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Noten:

(1) Die Dezimierung war eine Sanktion in der römischen Armee: Wenn eine Truppe sich der Feigheit vor dem Feind oder Befehlsverweigerung schuldig gemacht hatte, wurden zehn Prozent der Mannschaft ausgelost und mit dem Tod bestraft.

(2) Diese gesetzlichen Regelungen würden gerade die Geschäftsfelder beschränken, die für die Banken in den letzten Jahren besonders ertragsträchtig waren. Quelle: The Independent, 12/10/2011

(3) Wir gehen sogar davon aus, dass sich der Anteil eher zwischen 10 und 20% bewegen wird.

(4) Die herrschenden Medien erweisen sich nicht nur als unfähig, den Menschen in diesen Zeiten die Orientierung zu erleichtern, sondern tragen mit ihrer oft interessengeleiteten Berichterstattung wesentlich zur Verunsicherung bei.

(5) Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich « Dezimierung » vom eigentlichen Wortstamm des Zehntels schon lange gelöst und bedeutet eine massive Reduzierung, die weit über ein Zehntel hinausgehen kann.

(6) LEAP/E2020 hält solche Ergebnisranglisten für wenig aussagekräftig; denn die Belastungen, denen die Banken ausgesetzt sein werden, gehen in Größe und Dauer weit über die Annahmen der Stresstests hinaus. Die gleiche Einschätzung gilt natürlich auch für die amerikanischen Banken und die Stresstests, denen sie unterzogen wurden.

(7) Barack Obama lässt angesichts seiner schwindenden Hoffnungen auf eine Wiederwahl aufgrund einer katastrophalen Bilanz seiner Wirtschaftspolitik und einer tiefen Enttäuschung seiner Wähler wegen der zahlreichen gebrochenen Wahlversprechen jegliches Augenmaß in seiner Kritik an Europa und dem Euro vermissen. Er sucht verzweifelt einen Sündenbock für die verheerende Wirtschaftslage und den Zustand der Gesellschaft in Amerika. Da kommt ihm Griechenland und der Euro gerade recht. Wenn in ein oder zwei Monaten eine Abladen der Schuld bei Griechenland und dem Euro ganz offensichtlich nicht mehr möglich sein wird, wird der Regierung Obama sicherlich etwas Neues einfallen. Schließlich hat sie kurzsichtige Politik zu ihrem Markenzeichen erhoben. Insbesondere Finanzminister Timothy Geithner mit seinen exzellenten Verbindungen zu Wall Street wird uns einen neuen Schuldigen präsentieren können. Mit ihm können wir schon heute sicher sein, dass Wall Street auf jeden Fall keinerlei Schuld zugewiesen bekommen wird. Auch der Iran ist jederzeit für ein Ablenkungsmanöver von den internen US-Problemen gut. Das dürfte wohl auch der Hintergrund der aberwitzigen Geschichte von Mordplänen mexikanischer Drogenhändler gegen den saudischen Botschafter in Washington sein, deren Dienste der iranische Geheimdienst bezahlt haben soll. Dieses Szenario ist so wenig plausibel, dass es wohl nicht mal eine Chance auf Verfilmung in Hollywood hätte. Aber für die Hoffnung, Wall Street zu retten, gibt Washington sich anscheinend sogar der Lächerlichkeit preis. Quellen: Huffington Post, 26/07/2011; NBC, 13/10/2011

(8) Diese großen Medien haben sich ja schon immer als besonders fähig erwiesen, die Krise vorherzusagen. Uns ist doch allen bekannt, wie sie schon 2006 vor der Subprimekrise des folgenden Jahres warnten, wie sie 2007 die Implosion der Wall Street vorhersagten, und wie sie uns allen Anfang 2011 unmissverständlich klar machten, dass im Sommer 2011 die Krise wieder massiv wüten werde! Wie, Sie erinnern sich nicht? Keine Panik, Ihr Gedächtnis funktioniert. Denn nichts sahen die großen Medien voraus, nie schrieben sie einen Artikel über die bevorstehenden Gefahren und ihre Ursachen. Wer also glaubt, dass die großen Medien mit ihren Schuldzuweisungen für die Krise an Griechenland und den Euro richtig liegen, muss auch glauben, dass über Nacht aus Ignoranten oder Manipulatoren ehrliche, intelligente und weitblickende Journalisten wurden. Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Bei Kindern ist das ja „süß“. Ab einem gewissen Alter sollte man aber weiter sein.

(9) Nur eine kleine Erinnerung in der Hoffnung der Vermeidung gleicher Fehler in der Zukunft: Wer vor einem Monat auf einen Zusammenbruch des Euros gewettet hat, hat erneut Geld verloren. Wenn man bedenkt, dass die „Eurokrise“ alle vier Monate „ausbricht“, wird denen, die ihre Fehler wiederholen, 2012 nicht mehr viel Geld verbleiben.

(10) Wohingegen in den USA Republikaner und Demokraten sich bis heute unfähig erwiesen haben, sich auf effiziente Maßnahmen zur Bekämpfung der Staatsdefizite zu einigen.

(11) Es ist äußerst beunruhigend zu sehen, dass sich die G20 vor allem mit dem Euro beschäftigt, während die zentrale Zukunftsfrage jedoch beim Dollar liegt. Offensichtlich war die von Washington und London initiierte Meinungsmache erfolgreich und konnten damit die unvermeidbare Reform des Weltwährungssystems und ein Ende des Status des Dollars als Weltleitwährung auf die lange Bank schieben. Bis Ende 2012 ist daher, wie wir es auch schon vorhergesehen haben, von Seiten der G20 kein hilfreicher Anstoß zu erwarten. Die Regierungen werden weiter diskutieren und gestikulieren, um den Eindruck von Agieren zu vermitteln, aber gerade den entscheidenden Fragen ausweichen. Die kürzlich erfolgten Ankündigungen über eine Erhöhung der Finanzmittel des IWF sind Bestandteil dieser Vogel-Strauß-Strategie. Denn diesen Ankündigungen wird keine Umsetzung folgen. Denn nur die BRICS wären in der Lage, die Finanzausstattung des IWF aufzustocken. Und sie wären äußerst schlecht beraten, ihr Geld in eine Institution zu stecken, in der ihr Einfluss gering ist. So dienen die Ankündigungen nur dazu, den Eindruck aufrecht zu erhalten, dass es auf internationaler Ebene noch einen gemeinsamen Willen zu Maßnahmen gegen die Krise gäbe. In den folgenden Monaten wird daher das Aufwachen aus dieser Illusion umso schmerzlicher sein.

(12) An griechische Banken oder überhaupt an Griechenland denken nur Griechen oder Mitarbeiter oder Aktionäre einer Bank, die diesem Land in den letzten zehn Jahren zu viel Geld geliehen hat.

(13) Und in einer gewissen Weise auch für die beiden Sitzstaaten dieser großen Finanzzentren. Aber schon das ist nicht mehr so sicher. Denn inzwischen wachsen die Zweifel, ob eine übermächtige und hypertrophierte nationale Finanzindustrie für Staaten und die in ihnen lebenden Menschen wirklich so eine gute Sache ist.

(14) Quelle: L'Internaute

(15) Mit der wachsenden Integration Eurolands, die die Londoner City von weiten Sektoren der europäischen Kontinentalwirtschaft abschneidet, und der engeren Verzahnung der BRICS in Währungs-, Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten, die die Geldströme des inner-BRICS-Handels an der Wall Street und London vorbei laufen lässt, gehen immer größere Anteile der Weltfinanzindustrie den Banken in London und New York verloren.

(16) Vgl. GEAB N°57

(17) Quelle: Telegraph, 19/08/2011

(18) In den USA sind « pink slips » die Formulare, mit denen Kündigungen ausgesprochen werden. Quelle: Wikipedia

(19) Schwerindustrie lässt sich nicht so leicht verlagern wie das Büro von Aktien- und Anleihehändlern.

(20) In den USA und Europa sind dafür die Anfänge schon gemacht.

(21) vgl. oben stehendes Schaubild.

(22) Bank of America ist sicherlich einer Summe von Problemen ausgesetzt, die groß sind und noch größer werden: Gegen sie ist ein Prozess um 50 Milliarden Dollar Schadensersatz anhängig, weil sie beim Kauf von Merrill Lynch Ende 2008 Verluste verschleiert haben soll; ihre Kunden verlassen massenweise die Bank, seitdem sie für ihre Kundenkarten eine monatliche Gebühr von 5$ erhebt; ihre Webseite ist aus unerklärlichen Gründen für lange Zeit unerreichbar; wegen ihren subprime-Geschäftspraktiken wurde sie von vielen Hauseigentümern und auch Gemeinden verklagt; und es gehen Gerüchte um, sie müsse für countrywide, ein weiterer ihrer Käufe 2008, bald Insolvenz erklären, um die Verluste nicht weiter ausufern zu lassen. Wir halten sie für den Kandidaten par excellence für einen Zusammenbruch, der sich zwischen November 2011 und Juni 2012 ereignen dürfte. Quellen: New York Times, 27/09/2011; ABC, 30/09/2011; Figaro, 29/06/2011; CNBC, 30/09/2011; Bloomberg, 16/09/2011

(23) Sie erhielt 2008 den größten staatlichen Zuschuss einer amerikanischen Bank und ist nichtsdestoweniger erneut Quelle von Panik an den Finanzmärkten. Quellen: Bloomberg, 30/09/2011; Zerohedge, 04/10/2011

(24) Dem auch eine Herabstufung seiner Bonitätsnote ins Haus steht. Quelle: Telegraph, 12/10/2011

(25) Eine der wackeligsten Banken in Europa. Quelle: Telegraph, 14/10/2011

(26) Der größten Bank Deutschlands droht bereits eine Herabstufung ihrer Bonitätsnote. Quelle: Spiegel, 14/10/2011

(27) Société Générale, Deutsche Bank und UBS verfügen über eine Gemeinsamkeit, die sehr gefährlich werden kann: Alle drei haben sich im letzten Jahrzehnt auf den US-Markt konzentriert, der so besonders ertragreich zu sein schien. Sie investierten hemmungslos in die US-Finanzblase: Subprimes für Deutsche Bank, CDS für Société Générale, Steuerhinterziehung für UBS. Heute wissen sie nicht, wie sie aus diesem Strudel wieder herauskommen sollen, der sie mit jedem Tag weiter nach unten zieht. Wir möchten in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass wir schon 2006 den europäischen Banken empfohlen hatten, sich aus dem US-Markt zurückzuziehen, den wir schon damals als sehr gefährlich einstuften.

(28) Auch UBS wird wohl um eine Herabstufung ihrer Bonitätsnote nicht herumkommen. Quelle: Tribune de Genève, 15/10/2011

(29) Quelle: Copenhagen Post, 10/10/2011

(30) Sogar die BBC, sicherlich auch unter dem Eindruck der Krawalle des vergangenen Sommers, stellt inzwischen eine Frage, die vor gerade einmal einem Jahr für diese Art von Medien undenkbar gewesen wäre: Könnten auch in den USA soziale Unruhen ausbrechen? Mit dieser Frage gibt die BBC schon in gewisser Weise eine Antwort. Und in Europa wirft in einem Land wie Ungarn die sozial-nationale Regierung insbesondere den ausländischen Banken vor, für die Krise, die das Land erfasst hat, verantwortlich zu sein. Quellen: BBC, 20/09/2011; New York Times, 29/10/2011

(31) Von denen sich immer mehr gegen die Geschäftspraktiken der Banken auflehnen. Insbesondere in den USA wächst der Widerstand gegen Wall Street exponentiell und gefährdet jeden Tag mehr das Überleben der großen Banken. Quellen: CNNMoney, 11/10/2011; MSNBC, 10/11/2011

(32) Schimmer noch als ineffizient. Die Bankenrettungen waren geradezu wirtschaftlich kontraproduktiv: Eine gerade erschienene Studie belegt, dass die geretteten Banken am ehesten geneigt waren, riskante Investitionen zu tätigen. Quelle: Huffington Post, 16/09/2011

(33) Bei den Pensionsfonds des öffentlichen Diensts in den USA klafft inzwischen eine Finanzierungslücke von geschätzten 1000 bis 3000 Milliarden US-Dollar. Wen werden die staatlichen Stellen in den USA retten: Die Banken oder die Renten der Beamten? Lange werden sie die Entscheidung nicht mehr hinausschieben können. Quelle: MSNBC, 23/09/2011

(34) Quelle: Telegraph, 02/10/2011

(35) Keine dieser großen Banken wird in der weltweiten Rezession die Kernschmelze der Finanzwerte in den nächsten Monaten schadlos überstehen können.

(36) Wir hätten bei der Aufzählung der Dezimierungsobjekte auch die Aktionären aufzählen können.

Lundi 17 Octobre 2011
LEAP/E2020
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