Umfassende weltweite Krise – 2012: Das Jahr der Zeitenwende in den internationalen Machtverhältnissen


- Pressemitteilung des GEAB vom 17. Januar 2012 (GEAB N°61) -



Umfassende weltweite Krise – 2012: Das Jahr der Zeitenwende in den internationalen Machtverhältnissen
Mit dieser 61. Ausgabe des GEAB jährt es sich nun zum sechsten Mal, dass die Mitarbeiter von LEAP/E2020 mit ihren Abonnenten und Lesern seines monatlichen Informationsbriefs ihre Vorhersagen über die Entwicklung der umfassenden weltweiten Krise teilen. Und zum ersten Mal in diesen vergangenen Jahren sagen wir in dieser Januarausgabe, die eine Übersicht über unsere Vorhersagen für dieses Jahr enthält, ein Jahr voraus, in dem sich die Krise nicht einfach weiter verstärken wird, sondern auch die ersten Elemente der „Welt von Morgen“, um den Ausdruck von Franck Biancheri in seinem Buch « Nach der Krise – Auf dem Weg in die Welt von Morgen » zu verwenden, sich herauskristallisieren.

Nach unserer Auffassung wird 2012 das Jahr der Zeitenwende in den globalen Machtverhältnissen sein. Dies wird natürlich mit großen Schwierigkeiten für viele Länder auf dieser Erde einhergehen. Aber es ermöglicht auch die Entstehung von neuen geopolitischen Bedingungen, die zu einer Überwindung der Krise in den nächsten Jahren beitragen können. Im Gegensatz zu den Jahren, die hinter uns liegen, wird 2012 kein verschwendetes Jahr sein, in dem es den Mächtigen der „Welt vor der Krise“ mangels Mut, Initiative und Phantasie der Regierenden und der Passivität der Menschen weltweit gelungen ist, notwendige Entwicklungen zu verhindern.

Wir haben das Jahr 2011 das Jahr genannt, das keine Gnade kennt. Denn in seinem Verlauf würden die Illusionen all derer verpuffen, die glaubten, dass die Krise unter Kontrolle wäre und dass sie bald wieder wie vor der Krise in aller Ruhe ihren „Geschäften“ nachgehen könnten, als ob nichts gewesen wäre. Und 2011 war ohne Gnade für viele Politiker, für die Finanzindustrie, für Investoren, für die Schulden der westlichen Staaten, für das globale Wachstum, für die US- Wirtschaft und für das Governance- Vakuum in Euroland. Die, die sich für unangreifbar oder unersetzbar hielten, haben in brutaler Weise erkennen müssen, dass die Krise nichts und niemanden verschont. Diese Tendenz wird sich natürlich 2012 fortsetzen, denn die Krise hat ja nicht am 1. Januar den guten Vorsatz gefasst, nun endlich mit ihrem Wüten aufzuhören. Die letzten, die bisher noch (weitgehend) verschont blieben, werden es zu spüren bekommen: USA, Großbritannien, Dollar, US-Staatsanleihen, die Regierenden in Russland und China usw (1). Aber 2012 und insbesondere seine zweite Hälfte wird auch das Jahr sein, in dem die Kräfte und Akteure auf den Plan treten, die 2013 und in den folgenden Jahren den Aufbau eines neuen internationalen Systems in Angriff nehmen, in dem die Hoffnungen der Menschen und die Machtverhältnisse des 21. Jahrhunderts verkörpert sind, und nicht die internationalen Verhältnisse der ersten Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Insofern wird 2012 das Jahr des Übergangs zwischen der Welt von Gestern, der Welt vor der Krise, und der Welt von Morgen. Es wird ein Jahr einer Zeitenwende sein, in dem das Schlimmste und das Beste aufeinander treffen werden (2).

Aber dennoch wird es nach unserer Auffassung das ersten Jahr seit 2006 sein, in dem wichtige Weichen gestellt werden, die uns auf einen Weg in eine bessere Zukunft führen (3).

Wir präsentieren übrigens in dieser 61. Ausgabe des GEAB die 35. Themen/Ereignisse, die nach unserer Auffassung das Jahr 2012 prägen werden. Sie fungieren gleichzeitig auch als Empfehlungen. Es sind 20 Themen, die 2012 unsere volle Aufmerksamkeit beanspruchen werden, und 15 Themen, die in den Hintergrund treten werden. Diese Aufzählung wird den Lesern also ganz konkret helfen, sich auf das folgende Jahr vorzubereiten. Damit wird auch Zeit gespart, die man sonst für Lektüre von Artikeln über Ereignisse und Themen verwenden würde, die schon nicht mehr auf die großen Trends wirken, und Zeit gewonnen für das Studium von Themen, die morgen im Zentrum der Entwicklungen stehen werden. Es geht darum zu vermeiden, von den Entwicklungen der nächsten Monate überrascht zu werden. Das soll das Ziel der Liste von 35 Mal „rauf unter runter“ im Jahr 2012 sein. Da die Vorhersagen seit sechs Jahren eine Erfolgsquote von zwischen 75% und 85% aufweisen, ist diese jährliche Vorhersagenübersicht sicherlich ein besonders nützliches Entscheidungshilfsmittel für die nächsten zwölf Monate.

Darüber hinaus analysieren wir in dieser Ausgabe des GEAB in aller Gründlichkeit das Wesen und die Folgen eines möglichen QE3, das die amerikanische Zentralbank 2012 auflegen könnte (4). Die einen hoffen darauf, die anderen fürchten es; aber es wird allgemein als letzte Waffe gegen die Pleite der US- Wirtschaft und des amerikanischen Finanzsystems präsentiert, deren Grunddaten, im Gegensatz zu dem, was die herrschende Meinung in den letzten Wochen verbreitet hat, sich weiterhin verschlechtern (5).

Entwicklung der US-Staatsanleihen im Besitz der Primary Dealers nach Fälligkeit geordnet (Dezember 2010 bis Oktober 2011 (grau: Anleihen fällig in weniger als einem Jahr / rot: weniger als drei Jahre / grün: von drei bis sechs Jahre / violette: sechs bis elf Jahre / blau: elf Jahre und mehr) - Quelle: Zerohedge, 10/2011
Entwicklung der US-Staatsanleihen im Besitz der Primary Dealers nach Fälligkeit geordnet (Dezember 2010 bis Oktober 2011 (grau: Anleihen fällig in weniger als einem Jahr / rot: weniger als drei Jahre / grün: von drei bis sechs Jahre / violette: sechs bis elf Jahre / blau: elf Jahre und mehr) - Quelle: Zerohedge, 10/2011
Und QE3 wird eine entscheidende Rolle in der geopolitischen Zeitenwende des Jahres 2012 spielen, denn in diesem Jahr werden die großen Mächte der Welt vor der Krise ihre letzten Anstrengungen unternehmen, ihre globale Macht in Wirtschaft, Finanzindustrie und Außenpolitik zu bewahren. Wir sagen ganz bewusst „letzte“ Anstrengungen, denn nach 2012 wird ihre Macht zu sehr geschwächt sein, um noch den Anspruch auf eine herausgehobene Stellung in der Weltgemeinschaft beanspruchen zu können. Die gerade erfolgte Herabstufung der meisten Euroländer durch S&P ist eine typisches Beispiel für die letzten verzweifelten Versuche der bisher dominierenden Mächte. Die USA und Großbritannien sind in ihrem unstillbaren Hunger nach ständig neuem Geld (6) in einer so verzweifelten Lage, dass sie, aufgehetzt von Wall Street und der City, einen Finanzkrieg mit ihren letzten Verbündeten vom Zaun gebrochen haben. Außenpolitisch kommt das Selbstmord gleich, denn dadurch ist Euroland gezwungen, Schutz in einer verstärkten Integration zu suchen und sich von den USA und Großbritannien zu emanzipieren. Und die überwiegende Zahl der Politiker und Menschen in Euroland hat endlich erkannt, dass die Verbündeten jenseits des Ärmelkanals und des Atlantiks gegen sie einen Krieg führen (7). Zu diesem Thema wird LEAP/E2020 in der folgenden Ausgabe des GEAB, die am 15. Februar 2012 erscheinen wird, seine Antizipationen unter dem Titel „Europa 2012 bis 2016“ vorstellen.

Verteilung der Schulden in den westlichen Staaten (2011) (hellblau: Schulden der privaten Wirtschaft ohne Finanzdienstleistungen / grün: Schulden des Finanzsektors/ orange: Staatsschulden / dunkelblau: Schulden der Privathaushalte) - Quellen: Haver analytics / Morgan Stanley, 01/2012
Verteilung der Schulden in den westlichen Staaten (2011) (hellblau: Schulden der privaten Wirtschaft ohne Finanzdienstleistungen / grün: Schulden des Finanzsektors/ orange: Staatsschulden / dunkelblau: Schulden der Privathaushalte) - Quellen: Haver analytics / Morgan Stanley, 01/2012
Entsprechend sind auch die Versuche einzuordnen, mit China einen „Kleinen Kalten Krieg“ vom Zaun zu brechen oder den Iran zu einer Blockade der Meerenge von Hormus zu provozieren (8). Wir werden darauf noch im Einzelnen in dieser Ausgabe des GEAB zurück kommen.

Die Zeitenwende 2012 ist auch die der Duldsamkeit der Menschen. Denn 2012 wird das Jahr der Wutbürger werden. Es ist das Jahr, in denen sie in Massen auf die Bühne der umfassenden weltweiten Krise drängen. 2011 fand nur das Aufwärmen statt, wo einige Vorreiter Methoden und Strategien ausprobiert haben. 2012 werden die Menschen zeigen, dass sie die maßgeblichen Motoren der großen Umbrüche dieses Zeitenwendejahres sind. Diese Umbrüche werden zum einen aktiv durchgesetzt werden, also an den Wahlurnen, wie z.B. in Frankreich, wo Sarkozy aus dem Präsidentenpalast vertrieben werden wird (9), oder durch Massendemonstrationen (USA, Arabische Staaten, Großbritannien, Russland); zum anderen wird es ausreichen, dass die Unzufriedenheit der Menschen mit ihrer politischen Führung ein so spürbares Niveau erreicht, dass die Politiker aus Angst vor Revolten und Unruhen präventiv handeln, um einen größeren politischen Schock zu vermeiden (wie es der Fall in China (10) oder in einigen europäischen Ländern der Fall sein wird). Auch wenn die Eliten in den betroffenen Ländern das nicht glauben werden und wollen: Das ist eine nützliche und notwendige Entwicklung, denn nichts Grundlegendes und Dauerhaftes kann sich aus dieser Krise entwickeln, wenn die Menschen sich nicht einbringen (11).

Eine Zeitenwende wird 2012 auch für die Banken und Finanzinstitutionen der westlichen Staaten sein, deren Macht- und Einflussverlust sich beschleunigen wird. Wir beschreiben hier nur die Wirklichkeit, im Gegensatz zu der herrschenden veröffentlichten Meinung, die vergessen hat, dass der Sternenhimmel, den wir bewundern, nur das Bild eine Vergangenheit ist, die schon lange verschwunden ist. Die Krise bringt eine derartige Beschleunigung der Geschichte, so dass viele immer noch nicht verstanden haben, dass die Macht der Banken, vor denen sie Angst haben, die ist, über die sie vor 2008 verfügten. Dies ist ein Thema, das wir in dieser Ausgabe des GEAB noch näher erörtern werden. Auch 2012 werden die Investoren ihr Geld aus den Aktienmärkten und Finanzprodukten, insbesondere in den USA, abziehen (12).

Vergleichende Entwicklung des BIP der Industriestaaten und ihrer öffentlichen Schulden (1991-2011)  (grau: BIP / rot: Staatsschulden) - Quelle: Spiegel, 01/2012
Vergleichende Entwicklung des BIP der Industriestaaten und ihrer öffentlichen Schulden (1991-2011) (grau: BIP / rot: Staatsschulden) - Quelle: Spiegel, 01/2012
Und eine Zeitenwende gibt es auch in der internationalen Rolle der BRICS, die nach fünf Jahren, in denen sie sich gesucht und als Akteure auf der Weltbühne etabliert haben, nun intensiv ihren Einfluss in den internationalen Entscheidungsprozessen zur Geltung bringen (13). Sie sind ohne jeden Zweifel die entscheidenden Betreiber des Aufbaus einer neuen Weltordnung, bei der Schaffung der Welt nach der Krise; ein Akteur der internationalen Beziehungen, der im Gegensatz zu den USA und Großbritannien sehr wohl weiß, dass es auch seinen Interessen entspricht, Euroland zu helfen, diese Krise zu überstehen (14).

Wenn Ende 2012 Euroland sich institutionalisiert haben wird und über eine solide Governance verfügt, wird sich die erste Möglichkeit bieten, die Grundlagen der Welt von Morgen zu legen, die ihre Wurzeln nicht mehr in der Nachkriegszeit geschlagen hat. Es ist wieder eine Ironie der Geschichte, dass wohl der G20-Gipfel von Moskau 2013, der erste, der außerhalb der westlichen Welt organisiert wird, die internationale Konferenz sein wird, die Hoffnungen, die in der zweiten Jahreshälfte 2012 entstehen konnten, konkretisieren wird.

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Noten:

(1) Und natürlich wird sich das Theater um die europäischen Schulden bis zum Ende des ersten Halbjahrs 2012 fortsetzen. Das Jahr wird auch für Euroland ein schwieriges werden, wie sich den Szenarien, die das OFCE entworfen hat, entnehmen lässt. Aber es wird nicht so schwierig werden wie es heute die Experten und Finanzmedien vorhersagen, denn die unterschätzen zum einen die Fortschritte, die die Euroland- Governance machen wird, die ab dem zweiten Halbjahr 2012 Früchte tragen werden, zum anderen den psychologischen Effekt, der von einem Perspektivwechsel, weg von den europäischen Schulden und hin zu den amerikanischen und britischen Problemen, ausgehen wird und die Menschen in Euroland optimistischer in die Zukunft schauen lassen wird. Hierzu können wir einmal mehr auf ein Beispiel von willentlicher Fehlinformation in einem Artikel von MarketWatch vom 09/01/2012 verweisen: Der Leitartikler David Marsch versteigt sich in die Behauptung, die Wahl von Francois Hollande zum französischen Präsidenten sei eine schlechte Nachricht für den Euro, denn Hollande wäre Euroskeptiker! Dabei weiß jeder in Frankreich, dass Hollande ein überzeugter Europäer ist, so dass es bei David Marsh und MarketWatch nur zwei Möglichkeiten geben kann: Entweder wissen sie nicht, worüber sie schreiben, oder sie lügen. In beiden Fällen zeigt es, was von den Ansichten über den Euro und seine Zukunft zu halten ist, die in den großen amerikanischen Medien veröffentlicht werden. Wer sich nach deren Empfehlungen und Vorhersagen richtet, wird viel Geld verlieren. Und noch eine Anmerkung zu Euroland: Der Spiegel vom 03/01/2012 bietet eine interessante Einsicht in das Innenleben des Merkosysmus, an der man erkennen kann, wie die beiden Länder gerade ihr Schicksal aneinander ketten. Dies ist eine Entwicklung, die sich nach der Wahl von Francois Hollande noch beschleunigen wird. Denn Hollande versucht nicht, im Gegensatz zu Sarkozy, den Spagat zwischen Euroland und Washington.

(2) Insbesondere eine Fortsetzung des allgemeinen Anstiegs der Arbeitslosigkeit. Quelle: Tribune, 31/10/2011

(3) Eine poetische Note ermöglicht darzulegen, wie wir an die Sache herangehen. Wir folgen im Wesentlichen dabei der Methode der Politischen Antizipation, wie sie von der LEAP-Präsidentin Marie-Hélène Caillol in dem « Handbuch der Politischen Antizipation » beschrieben wurde. Was ist das Entscheidende an der Wintersonnenwende? Dass wir mitten im Winter stecken und die Tage so kurz wie sonst nie im Jahr sind? Oder dass sie Vorbote des Frühlings ist, weil nun die Tage wieder länger werden? Beide Antworten sind möglich. Aber die erste ist keine Vorhersage über die Zukunft, jedenfalls nicht über die mittelfristige. Sie ist ein Schnappschuss der Gegenwart, eine statische Analyse. Die zweite Antwort richtet jedoch den Blick nach vorn auf eine noch nicht so nahe Zukunft und betont, dass wir in einer Entwicklung stecken, die zu Veränderungen bei Länge der Tage und ihrer Temperaturen führen wird. Sie ist eine Vision von der Dynamik der Ereignisse. Übrigens hat die Methode der Politischen Antizipation nun Eingang in die Wissenschaft der Systemtheorie und Systemanalyse gefunden. Marie-Hélène Caillol wurde gebeten, für eine Sonderausgabe Antizipation (Band 41, Ausgabe 1, 2012) der amerikanischen Wissenschaftszeitschrift „The International Journal of General Systems“ (Francis & Taylor), die sich als multidisziplinäre Monatszeitschrift der Veröffentlichung von Forschungsarbeiten zu Systemtheorie und Systemanalyse widmet und von Prof. Mihai Nadin herausgegeben wird, einen Beitrag zu schreiben. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit entstand der Artikel „Politische Antizipation: Beobachten und Verstehen globaler sozialer und wirtschaftlicher Tendenzen als Leitfaden im Entscheidungsprozess".

(4) Die gerade erfolgten Veröffentlichungen der Protokolle der FED-Beratungen von 2006 bestätigen auf eindrucksvolle Weise eine unserer Arbeitshypothesen: Die Verantwortlichen eines komplexen Systems sind in der Regel nicht in der Lage zu erkennen, wann dieses System in Chaos und Krise taumelt. Das galt für Alan Greenspan, Timothy Geithner und ihre Kollegen 2006. Das gilt auch für die City, die Wall Street, Washington und ihre Macher 2012. Viele sind übrigens die selben. Quelle: New York Times, 12/01/2012

(5) Die Verschlechterung der Lage in den USA ist eine Tatsache, auch wenn die großen Medien und die Rating Agenturen alles daran setzen, es zu verschleiern. Hingegen verschlechtert sich die Lage in Euroland nicht in dem Maße, wie die selben Medien und Ratingagenturen gern die Welt glauben machen möchten. Wenn noch etwas Zeit ins Land geht, wird die Wirklichkeit sich im Bewusstsein der Menschen durchsetzen. Was die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den USA angeht, reicht es, das Augenmerk auf den Einbruch der Bankenprofite und des Konsums (die Jubelrufe über die guten vorweihnachtlichen Verkaufszahlen wurden inzwischen von recht mittelmäßigen Statistiken abgelöst), dem Anstieg der Insolvenzen bei Einzelhandelsketten, die Arbeitslosenzahlen auf historischen Rekordhöhen, das wachsende Finanzierungsdefizit der Renten, das Zusammenstreichen der Budgets der großen öffentlichen Universitäten usw. zu richten. Quellen: YahooNews, 12/01/201; Bloomberg, 12/01/2012; USAToday, 12/01/2012; CNBC, 28/12/2011; Washington Post, 27/12/2011

(6) Wie das folgende Schaubild zeigt, steckt Großbritannien mit seiner Verschuldungsquote in Höhe von 900% seines BIP wie einem Schuldturm gefangen. Und wegen des ungeheuren Anteils des Finanzsektors an dieser Schuldenmasse hat das Land keine andere Wahl, als mit allen Mitteln sicherzustellen, dass Euroland die Schulden Griechenlands und anderen Wackelstaaten bezahlt. Der Haircut der europäischen Staatsschulden ist wie eine Speer, der genau auf das Herz der City und Großbritanniens zielt. Quelle: Guardian, 01/01/2012

(7) Um so besser, denn nichts ist schlimmer als in einen Krieg verwickelt zu sein, ohne es zu wissen, wie hierzu Franck Biancheri auf Twitter schreibt, wo er die französischen Präsidentschaftswahlen kommentiert (twitter.comFbiancheri2012).

(8) Russland hat seine Seite schon gewählt und verzichtet immer stärker auf Dollar als Währung des Handels mit dem Iran und ersetzt ihn durch Rubel und Rial. Europa tut zwar unter amerikanischem Druck so, als würde es die US- Politik unterstützen, seine Teilnahme an dem Embargo wird letztendlich aber kaum Auswirkungen haben. Und bis Juni (in dem eine neue Entscheidung fallen soll) werden die politischen Machtverhältnisse sich wesentlich verschoben haben. Quellen: Bloomberg, 07/01/2012; Le Monde, 09/01/2012

(9) Das wird auch dazu führen, dass Frankreich wieder an seine gaullistisch- europäische Politik anknüpft und die Leine zu den USA, die Sarkozy ausgeworfen hatte, kappen wird. Auch insoweit wird Sarkozy Frankreich auf dem Weg der Geschichte nur in eine Sackgasse geführt haben. Quelle: Le Monde, 11/01/2012

(10) In China wird sich nach unserer Auffassung der Cocktail einer möglichen Revolte der Menschen aus den Bestandteilen « prekäre Wirtschaft » (2012 ist das Jahr, in dem die wirtschaftlichen Probleme Chinas offensichtlich werden; vgl. diese Ausgabe des GEAB) und „“massive Umwelt- oder Gesundheitskatastrophe“ gemischt; die Unzufriedenheit mit dem politischen System wird nicht der Auslöser für Proteste sein.

(11) Die Ankündigung der muslimischen Brüderschaft Ägyptens, dass sie das Volk über den Friedensvertrag mit Israel abstimmen lassen wolle, gehört in diese Tendenz. Quelle: Haaretz, 02/01/2012

(12) Quelle: CNBC, 06/01/2012

(13) Die chinesische Regierung zum Beispiel scheint fester entschlossen zu sein als je zuvor, ihren eigenen Weg zu gehen, den sie für das Land als richtig erkannt hat (einschließlich der Raumfahrt als perfektes Symbol eines globalen Führungsanspruchs), und sich nicht mehr durch Druck anderer Staaten davon abbringen zu lassen. Quellen: Caixin, 04/01/2012; ChinaDaily, 30/12/2011; NewYorkTimes, 29/12/2012

(14) Quellen: 20Minutes/Suisse, 08/01/2012

Mardi 17 Janvier 2012

GEAB N°62 - Zusammenfassung

- 17. Februar 2012 -

Euroland 2012 bis 2016: Entstehung einer neuen globalen Macht… wenn ihre Demokratisierung gelingt
Wie bereits angekündigt präsentiert LEAP/E2020 in dieser 62. Ausgabe des GEAB seine Vorhersagen zu Europa für die Jahre 2012 bis 2016. Im Kontext der umfassenden weltweiten Krise werden für die Europäer zwei große Tendenzen diese fünf Jahre prägen: Zum einen wird Euroland dauerhaft zu einer globalen Macht aufsteigen; und zum anderen werden die europäischen Eliten endlich das demokratische Defizit im europäischen Integrationsprozess beseitigen müssen, da ansonsten jegliche weitere positive Entwicklung für Europa ausgeschlossen ist… (Seite 2)
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2013: Ende der Vorherrschaft des US-Dollars als wichtigstes Zahlungsmittel des Welthandels
In dieser 62. Ausgabe des GEAB wollen wir uns im Detail mit der Entwicklung der Rolle des Dollars in der Weltwirtschaft befassen, insbesondere mit dem Anteil am Gesamtwelthandel, der in dieser Währung abgewickelt wird. Wir halten dies für einen viel schlüssigeren Indikator, um den „Fall der Dollarmauer“ vorhersagen zu können, als der, der üblicherweise von internationalen Medien und Experten herangezogen wird, nämlich den Anteil des Dollars an den globalen Währungsreserven… (Seite 12)
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Buch - 2015: Der Zusammenbruch des Immobilienmarkts in den westlichen Staaten
In dieser 62. Ausgabe des GEAB ist es uns eine besondere Freude, unseren Lesern den Vorabdruck eines Auszugs aus dem Buch „2015 – Der Zusammenbruch des Immobilienmarkts in den westlichen Staaten“ präsentieren zu können. Dieses Buch wird im März 2012 vom Verlag Anticipolis herausgegeben. Es wird auf Französisch, Englisch und Deutsch vorliegen. Dieser Auszug befasst sich mit dem Umfang der Preisrückgänge auf den bedeutenden Märkten für Wohnimmobilien in den westlichen Staaten, die Sylvain Périfel und Philippe Schneider, die beiden Co- Autoren des Buches, bis 2015 vorhersehen… (Seite 20)
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GEAB-$-Index vom Januar 2012: Der Wertverlust des US- Dollars im Vergleich zu einem Währungskorb aus Euro, Yuan, Yen und Real beschleunigt sich
Wir haben in vielen Ausgaben des GEAB bereits begründet, warum wir der Auffassung sind, dass der Dollar Index den Wert des Dollars und seine Entwicklung nicht zuverlässig misst. Denn er basiert auf einem Korb von Währungen, die nicht mehr die Wirtschaftsleistungen weltweit und die Handelsumsätze der USA korrekt wiederspiegeln. Der Währungskorb setzt sich ausschließlich aus willkürlich gewählten Währungen der westlichen Welt zusammen; sozusagen ein G8 der Währungen, genauso wenig repräsentativ und genauso ohne Legitimation, sich für das Maß aller Dinge in Währungsfragen zu halten wie der G8 in seinem Anspruch, eine Art Weltregierung darzustellen… (Seite 22)
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Der GlobalEurometer - Ergebnisse & Auswertung
Mit 69% der Befragten (gegen 58% im Vormonat), die in den nächsten Monaten mit einem starken Wertverlust des Dollars rechnen, wächst die Mehrheit derjenigen, die die Zukunft der amerikanischen Währung pessimistisch sehen, in beeindruckender Weise… (Seite 26)
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