GEAB schrieb es im Juni 2008: "Arabische Staaten: Die pro-westlichen Regierungen am Rande des Abgrunds / Risiko für eine politische und soziale Explosion von Ägypten bis Marokko bei 60%"


- Auszug GEAB N°26 (17. Juni 2008) -



GEAB schrieb es im Juni 2008: "Arabische Staaten: Die pro-westlichen Regierungen am Rande des Abgrunds / Risiko für eine politische und soziale Explosion von Ägypten bis Marokko bei 60%"
Nach unserer Auffassung trägt die umfassende weltweite Krise bereits im jetztigen Stadium dazu bei, die pro-westlichen Regierungen in den arabischen Staaten zu schwächen : Hungeraufstände, religiöser Fanatismus (der von dem erstarkenden Iran, Syrien, der Hisbollah und Hamas geschürt wird), westliche Verbündete (Washington und die europäischen Staaten), die sich auf eine Politik beschränken, die sich ausschließlich an ihren Sicherheitsinteressen ausrichtet... (1) In Ägypten geht die Herrschaft Mubaraks allmählich zu Ende, das Land befindet sich innenpolitisch in einer Sackgasse, und die Unfähigkeit der Regierung, den Menschen bessere soziale und wirtschaftliche Bedingungen zu schaffen, radikalisiert immer größere Teile der Bevölkerung (2). Nach unserer Auffassung wird das pro-westliche Regime Ägyptens unter den Schockwellen der Aufprallphase der umfassenden weltweiten Krise politisch zusammen brechen (3). Dessen Repressionsapparat wird es nicht vermögen, die sozialen Spannungen unter Kontrolle zu halten.

Dabei ist dieses Land die letzte Verteidigungslinie des Westens vor einem Maghreb, der ansonsten ungeschützt der Einflussnahme anti-amerikanischer Kräfte ausgesetzt ist, die im Mittleren Osten inzwischen dominieren. Wenn in Ägypten, wovon wir überzeugt sind, bis Anfang 2009 die politischen Verhältnisse instabil werden, werden auch sehr schnell Tunesien, Algerien und Marokko in den Strudel gerissen werden. Auf jeden Fall werden auch in diesen Staaten die sozialen Unruhen zunehmen, und zwar gerade zu einem Zeitpunkt, in dem ihr großer europäischer Partner selbst mit einer Wirtschaftsabschwächung zu kämpfen haben wird.

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Noten:

(1) Und das wolkige Projekt einer Mittelmeer-Union des französischen Präsidenten wird daran auch nicht das Geringste ändern.

(2) Die Hungeraufstände werden noch lange die Region in Atem halten, denn die globale Ernährungsituation verschlechtert sich weiter. Zum Beispiel rechnet der amerikanische Landwirtschaftsminister in diesem Jahr mit einer um zehn Prozent reduzierten Maisernte. Quelle: Bloomberg, 10.06.2008

(3) Selbst die US-Entwicklungshilfe, von der das Land einer der Hauptnutznießer ist, wird angesichts des Dollar-Kursverlusts immer weniger wert.

Lundi 31 Janvier 2011
LEAP/E2020
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