GEAB im Juni 2007 - Sommer 2007: Die US-Zentralbank verliert die Kontrolle über die US-Zinsen und die Krise schlägt nun auch auf China und die EU durch


- Auszug GEAB N°16 (16. Juni 2007) -



GEAB im Juni 2007 - Sommer 2007: Die US-Zentralbank verliert die Kontrolle über die US-Zinsen und die Krise schlägt nun auch auf China und die EU durch
Zwei entscheidende Dinge haben sich in diesem 2. Quartals 2007 ergeben; und sie werden die bisherigen Planungen der meisten Investoren und Händler in den nächsten Monaten auf den Kopf stellen: Die USA sind dauerhaft und gleichzeitig mit ihren zwei entscheidenden Strategien gescheitert, nämlich:

- in wirtschaftlicher, finanzieller und geldpolitischer Hinsicht ist die seit einem Jahr betriebene Politik der US-Zentralbank, unter dem Schutz der Nichtveröffentlichung der Geldmenge M3 eine Kredit- und Aktienblase aufzupumpen, die die im Platzen befindliche Immobilienblase ablösen sollte, gescheitert; damit kann nun nicht mehr der Eindruck vorgespiegelt werden, die US-Wirtschaft sei gesund und damit für Kapitalanlagen attraktiv. Mit dem Scheitern dieser Politik verliert die US-Zentralbank zum ersten Mal in ihrer Geschichte - außerhalb von Kriegs - und Depressionszeiten - die Kontrolle über die Zinsentwicklung in den USA;

- in militärischer, geopolitischer und außenpolitischer Hinsicht sind die USA in ihrem Bemühen, den Irak zu befrieden, eklatant gescheitert, und zwar in einer Weise, die erkennen lässt, dass Washingtons politische Macht fast vollständig gelähmt ist (die LEAP/E2020-Forschungsgruppe wird in der 17. Ausgabe des GEAB dieses Thema vertieft behandeln -abonnement.

Im Frühjahr 2007 hat damit die Aufprallphase der umfassenden weltweiten Krise ihren Krümmungspunkterreicht: Rezession der US-Wirtschaft, steigende Zinsen in den USA, Krise auf dem Anleihenmarkt, durch die Risikenhypothekenkrise ausgelöste erste Verluste für die großen US-Geschäftsbanken wie Bear Stearns (1) und Goldman Sachs (2) oder auch Freddie Mac (3, Beschleunigung der amerikanischen Immobilienkrise (4), wachsende Lähmung der politischen Macht in Washington (5), zunehmende Isolierung der USA auf der Bühne der Weltpolitik, eklatantes Scheitern des Plans zur Befriedung des Irak, Ohnmacht der USA gegenüber dem Iran, Scheitern der Wiederbelebung des israelisch-arabischen Friedensprozesses, wachsende Handelsspannungen zwischen China und den USA, Abkoppeln einer zunehmenden Zahl von Währungen arabischer Staaten vom Dollar (Kuweit, Syrien...) usw. ...

Aber nach Auffassung der LEAP/E2020 - Forscher wird die Entwicklung der umfassenden weltweiten Krise in den nächsten Monaten vor allen Dingen vom zweifachen Scheitern der US-Zentralbank und der Bush-Regierung (bzw. des Pentagons), in den nächsten Monaten geprägt werden. Denn in das durch die Schwäche Washingtons entstandene Machtvakuum werden nolens volens die EU und China gesogen werden. Gleichzeitig beginnt für die USA eine Phase der "Rezessflation".

Entwicklung der US-Finanzwerte im Besitz nicht-amerikanischer Investoren oder Institutionen / Quelle US-Zentralbank - PrudentBear
Entwicklung der US-Finanzwerte im Besitz nicht-amerikanischer Investoren oder Institutionen / Quelle US-Zentralbank - PrudentBear
Dass die US-Zentralbank in ihrem gescheiterten Bemühen, die US-Wirtschaft wieder anzukurbeln, die Kontrolle über die Zinsentwicklung in den USA verloren hat - das ist sicherlich ein Ereignis, an das sich spätere Generationen noch erinnern werden (6).

Mag auch die US-Zentralbank in ihren offiziellen Verlautbarungen vermelden, die US-Wirtschaft werde in den nächsten Monaten erneut einen starken Wachstumsschub verzeichnen können, bei der Wachstumsschwäche von nur 0,6% im ersten Quartal habe es sich nur um einen kleinen Ausrutscher gehandelt, insgesamt werde die Wirtschaft im Jahr 2007 (7) um 2,5 bis 3% wachsen, so gehen die neuesten Wirtschaftsvorhersagen der Vereinten Nationen von einem US-Wachstum für 2007 und 2008 (8) von 0,5% aus. Die LEAP/E2020-Forschungsgruppe geht jedenfalls weiterhin, wie auch bereits im März 2007 vorhergesagt, von einem Wachstum unter 1% für das 3. Quartal 2007 aus, so dass, zusammengerechnet mit den 0,6% des ersten Quartals, bestenfalls ein jährliches Wachstum von unter 2% zu verzeichnen sein dürfte; letztendlich wahrscheinlicher ist aber, dass die US-Wirtschaft schrumpfen wird.

Entwicklung der Geldsummen, die US-Immobilieneigentümer zwischen 1991 und 2006 durch Verkauf oder höhere Hypothekenbelastung zur Verfügung bekamen/Quelle Washington Post - Alan Greenspan und James E. Kennedy
Entwicklung der Geldsummen, die US-Immobilieneigentümer zwischen 1991 und 2006 durch Verkauf oder höhere Hypothekenbelastung zur Verfügung bekamen/Quelle Washington Post - Alan Greenspan und James E. Kennedy
Diese offiziellen Verlautbarungen stehen jedoch in klarem Gegensatz zu den vorliegenden objektiven Indikatoren (Unternehmensergebnisse, Arbeitsmarktdaten,...). Sie werden lediglich von "weichen" Indikatoren getragen, die die Regierung mit viel Sorgfalt zum gewünschten Ergebnis "geknetet" hat, oder von subjektiven Indikatoren, die jedoch lediglich das Ergebnis der Manipulation der Öffentlichkeit durch die herrschende veröffentlichte Meinung sind. LEAP/E2020 hat schon umfangreich dargestellt, wie diese Manipulation im Jahr 2006 betrieben wurde; in dieser Ausgabe des GEAB werden unsere Forscher im Detail unter Hinzuziehung mehrerer objektiver Indikatoren prognoszieren, wie die Entwicklung der US-Wirtschaft in den folgenden Quartalen verlaufen wird. Wir werden insbs. die bisher der Öffentlichkeit noch vorenthaltene Tatsache einer sich verschlechternden Arbeitsmarktssituation, die systematische Überbewertung des US-Wachstums mit Hilfe eines "Schein-BSP", und die immer verheerenderen Auswirkungen der Krise im Immobilien - und Risikohypothekenbereich darstellen und kommentieren.

Die Politik der US-Zentralbank, unter dem Denkmantel der Nichtveröffentlichung der Geldmenge M3 (9) durch massive Geldvermehrung eine Kredit - und Aktienblase aufzupumpen, um somit die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs zu halten, hat sich nunmehr als vollkommener Misserfolg herausgestellt. Was Greenspan nach dem Platzen der Internetblase durch Erzeugung einer Immobilienblase gelang, blieb seinem Nachfolger Ben Bernanke versagt.

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Noten:

(1) Bear Stearns waren die ersten, die die Schwierigkeiten zu spüren bekommen; die Erträge der Bank gingen wegen der Risikenhypothekenkrise im 2. Quartal um 10% zurück. Und dieses Quartal war sicherlich nur das erste von weiteren mit schlechten Ergebnissen, denn die Krise hat eigentlich erst eingesetzt (wir wir es in den vorigen Ausgaben des GlobalEuropa Antizipations-Bulletin beschrieben haben). Die Verlautbarungen der Vorstände von Bear Stearn lassen ahnen, auf was sich alle großen amerikanischen Geschäftsbanken einstellen müssen: Nunmehr ist neben den subprime-Krediten auch der Bereich der Atl-A-Hypotheken (zwischen subprime und prime) Ursache für Verluste bei Bear Stearns und für Liquidierungen von Hedge Fonds, die mehr als 4 Milliarden in Hypothekenkrediten investiert haben. Quelle: Bloomberg, 14.06.2007

(2) Quelle : MarketWatch/DowJones, 14.06.2007

(3) Quelle : MarketWatch/DowJones, 14.06.2007

(4) Die Ausgabe vom Juni 2007 der jährlichen Studie des Joint Center for Housing Studies der Universität Harvard über die Entwicklungen auf dem amerikanischen Immobilienmarkt führt eindeutig aus, dass die Immobilienkrise erst an ihren Anfängen steht, denn "die Preise haben erst begonnen nachzugeben, die Risikohypotheken in ihrer großen Mehrzahl werden erst nach und nach für Refinanzierung anstehen, und die verschärften Kreditvoraussetzungen machen sich erst allmählich bemerkbar." Die entscheidenden Auswirkungen auf den Banken - und Finanzbereich, den Privatverbrauch und den Arbeitsmarkt stehen noch aus und werden sich immer brutaler im Sommer 2007 bemerkbar machen.

(5) Der Popularitätsgrad von Präsident G.W.Bush ist auf 29% Zufriedene und 66% Unzufriedene abgesunken (seine schlechtesten Werte seit Amtsantritt). In der selben Umfrage des Wall Street Journal/NBC, über die MarketWatch/DowJones vom 13.06.2007 berichtet, geben 68% der Amerikaner an, dass nach ihrer Auffassung die USA eine falsche Politik verfolgen. Und nur 23% haben eine positive Meinung von dem vor einem Jahr gewählten demokratisch kontrollierten Kongress. Da der Irak-Krieg und die Wirtschaft gegenwärtig die entscheidenden Faktoren für die öffentliche Meinungsbildung sind, kann man nur feststellen, dass es eine enorme Kluft zwischen den "offiziellen" Statistiken und den optimistischen Verlautbarungen über die US-Wirtschaft auf der einen Seite und den Auffasungen der US-Bürgerinnen und Bürger über den allgemeinen Zustand ihres Landes auf der anderen Seite gibt.

(6) Den militärischen und geopolitischen Aspekt werden wir ausführlich in der 17. Ausgabe des GEAB behandeln (Abonnement.

(7) Quelle : GlobalInsight.

(8) Quelle : Rob Vos, Direktor des Referats Analyse und Prognose der Abteilung für Wirtschafts - und Sozialangelegenheiten, UNO, 30.05.2007

(9) Diese Einstellung der Veröffentlichung der Geldmenge M3 zum Ende März 2006 hatte LEAP/E2020 in der 2. Ausgabe des GEAB vom Februar 2006 bekannt gegeben.

(10) Die überarbeiteten Wirtschaftsprognosen der UNO gehen nunmehr von einem US-Wirtschaftswachstum für 2007 und 2008 von 0,5% aus. Da fehlt viel zu den 2% bis 3%, von denen die amerikanischen Regierungsstellen, die großen Banken und die Finanzmedien ausgehen. Quelle : Rob Vos, Direktor des Referats Analyse und Prognose der Abteilung für Wirtschafts - und Sozialangelegenheiten, UNO, 30.05.2007

(11) Quelle : MarketWatch/DowJones, 12.06.2007

(12) Quelle : Financial Times, 12.06.2007

(13) Quelle : MsnMoneyCentral / Financial Times, 12.06.2007

Lundi 30 Août 2010

GEAB N°61 - Zusammenfassung

- 17. Januar 2012 -

Umfassende weltweite Krise – 2012: Das Jahr der Zeitenwende in den internationalen Machtverhältnissen
Mit dieser 61. Ausgabe des GEAB jährt es sich nun zum sechsten Mal, dass die Mitarbeiter von LEAP/E2020 mit ihren Abonnenten und Lesern seines monatlichen Informationsbriefs ihre Vorhersagen über die Entwicklung der umfassenden weltweiten Krise teilen. Und zum ersten Mal in diesen vergangenen Jahren sagen wir in dieser Januarausgabe, die eine Übersicht über unsere Vorhersagen für dieses Jahr enthält, ein Jahr voraus, in dem sich die Krise nicht einfach weiter verstärken wird, sondern auch die ersten Elemente der „Welt von Morgen“ (...) sich herauskristallisieren... (Seite 2)
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USA 2012: Auf dem Weg zur Tragödie eines QE3
Die amerikanische Finanzpolitik steht heute vor der Herausforderung der Staatschuldenkrise, deren ultimatives Opfer sie sein werden. Wie LEAP/E2020 vorhergesehen hat, wird die Schuldenkrise der Eurostaaten 2011 der Zünder sein, der die US-Schuldenbombe 2012 zur Explosion bringt, auch wenn in einer Medienkampagne verzweifelt versucht wird, die Menschen vom Gegenteil zu überzeugen. Der massive Verkauf von US-Staatsanleihen durch die großen Zentralbanken im zweiten Halbjahr 2011 belegt aber die Richtigkeit unserer Vorhersage in beeindruckender Weise… (Seite 7)
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VORHERSAGEN 2012: 20 MAL RAUF UND 15 Mal RUNTER, 35 SCHLÜSSELTHEMEN FÜR 2012
Up oder Down? Die politische Pattsituation in den USA; Die Londoner City und Wall Street; Der Westen als Interessen- und Wertegemeinschaft; Der Anstieg der Zinsen; Wall Street und die City als Schwarze Löcher des Finanzsystems; Der Wert der chinesischen Währungsreserven; Das britische Pfund (und die Gilts); Die Entstehung eines neuen europäischen Souveräns: Euroland; Der « kleine kalte Krieg » zwischen USA und China; Italien; Die Eurokrise; Die Bedeutung des Dollars in den globalen Handelsbeziehungen; Die Ratingagenturen; Die « große europäische Staatsschuldverschreibung » (GESSV); MerkHollMont ; Ron Paul ; Der weitere Vormarsch von Gold im internationalen Währungssystem; Die Rezessflation; Die Zahl, die Größe und der Einfluss der westlichen Banken; Sarkozy, Cameron, Netanjahu und Medwedew; Die Reifung der BRICS zu einem wichtigen Akteur auf der internationalen Bühne; Die Türkei verlässt das westliche Lager; Die europäische Tobin-Steuer; Die laizistischen und prowestlichen Bewegungen in der islamischen Welt; Wachstum; Klagen und Strafverfahren gegen Bankvorstände und Hedge Fonds- Manager; Der Zerfall des Weltwährungssystems in drei Zonen: Dollar, Euro, Yuan; Die allgemeine Abwertung der Schulden der westlichen Staaten; Die Wutbürger; Die EU als „Europa“; QE3 als Wunderwaffe zur Rettung der US-Wirtschaft; Die Fähigkeit der USA zu Militäreinsätzen; Die Meerenge von Hormus und eine neue Fassette der Krise im Mittleren Osten; Schottlands Unabhängigkeit; Die Nützlichkeit der G20 (page 19)
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Der GlobalEurometer - Ergebnisse & Auswertung
(...) nimmt auch die Mehrheit zu, die die Auffassung vertritt, europäische Bekämpfungsmaßnahmen der Krise seien wirksamer als nationale Alleingänge (80% im Januar 2012 im Vergleich zu 77% im Vormonat) … (Seite 36)
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