GEAB N°84 ist angekommen! Weltweit öffnet sich ein Graben zwischen Schuldnern und Gläubigern – und die USA wollen Europa mit in den Abgrund reißen


- Pressemitteilung des GEAB vom 15. April 2014 (GEAB N°84) -



Die aktuelle Konfrontation zwischen Russland und dem Westen über das Schicksal der Ukraine erinnert sehr stark an den Kalten Krieg; jedenfalls gefällt es den Medien, diesen Vergleich heranzuziehen. Aber im Gegensatz zu dem, was sie schreiben, ist es nicht Russland, das wieder einen Eisernen Vorhang herabsenken möchte, sondern sehr wohl die USA – ein Eiserner Vorhang, der die bisher dominierenden Staaten von den Schwellenländern trennen würde, ein Schutzschild gegen die neue Weltordnung, eine Möglichkeit für die Schuldner, sich ihren Gläubigern zu entziehen; das ganze in der illusorischen Hoffnung, sich den American way of life und die Dominanz der USA zumindest im westlichen Lager noch aufrecht erhalten zu können, wenn sie sie weltweit auch aufgeben müssen. Mit anderen Worten, die USA wollen mit möglichst vielen Leidensgenossen untergehen, um sich der Illusion hingeben zu können, der geeinte Westen haben immer noch die Zukunft auf seiner Seite. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid.

Nur noch darum geht es den USA: Möglichst das westliche Lager zusammen und an ihrer Seite zu halten, damit sie ein möglichst großes Einflussgebiet und damit auch Absatzmärkte behalten. Die öffentlichen Meinungen werden entsprechend manipuliert und die amerikahörigen Regierungen Europas leisten keinen Widerstand. Die TTIP sichert das Ganze anschließend handelsrechtlich ab. Auf diese Art wollen die USA Europa von den BRICS abschotten, obwohl dort Europas Zukunft liegt: Die BRICS, ihre Märkte, ihre besten Zukunftsaussichten, ihre Verbindungen zu den Entwicklungsländern usw. All diese Themen werden wir in dieser Ausgabe des GEAB analysieren, wie auch die Angst vor der Deflation, die geschürt wird, um die Europäer dazu zu bringen, dem amerikanischen Weg zu folgen.

Angesichts der Risiken und der Niederträchtigkeit der von den USA angewandten Methoden wäre es kein Verrat Europas gegen die USA, die Leinen zu ihnen nun zu kappen (1), sondern vielmehr ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die neue Weltordnung, wie wir schon in vorhergehenden Ausgaben des GEAB analysiert haben. Leider sind die wenigen verbleibenden vernünftigen europäischen Politiker vollkommen gelähmt, und das einzige, was ihnen gegenwärtig noch gelingt, ist, die Entwicklung noch etwas hinauszuzögern (2), was sicherlich nützlich, aber nicht ausreichend ist.


Inhalt der gesamten Veröffentlichung:
1. DIE MASKEN NIEDER
2. SCHNELL – EIN TTIP !
3. EIN WIRTSCHAFTLICHER WAHNSINN
4. DIE ZWEITE US-WAFFE : DEFLATIONSPANIKMACHE
5. SCHULDNER GEGEN GLÄUBIGER ALS NEUE GLOBALE TRENNUNGSLINIE

In dieser Pressemitteilung stellen wir Auszüge von Kapiteln 1 und 2 vor.


DIE MASKEN NIEDER

In den Zeiten des Internets und der « leaks », die es ermöglicht, wird es für Geheimdienste und Staaten, die im Trüben agieren, immer schwieriger, ihre Machenschaften geheim zu halten. Als ob die Enthüllungen von Snowden und Wikileaks nicht genügten, wurde nun auch noch bekannt, dass die USA in Kuba ein soziales Netzwerk betreiben, mit dessen Hilfe das kubanische Regime destabilisiert werden soll (3). Oder man kann auf YouTube (4) dieses dankenswerterweise „geleakte“ Video bewundern, auf dem zu sehen ist, wie die Amerikaner den Staatsstreich in der Ukraine befördern. Und auch an Erdogans Schwierigkeiten in der Türkei sind sie alles andere als unbeteiligt; über die Türkei (5) werden wir in der folgenden Ausgabe des GEAB einen längeren Beitrag bringen (6). Heute sind die Masken gefallen; was sich dahinter verbarg, konnte jeder, der es wissen wollte, eigentlich schon seit Jahren wissen. Trotzdem ist es gut, dass es nun für alle offen liegt, die sich nicht die Augen verschließen wollen.

Aber die USA begnügen sich nicht mehr damit, sich in die inneren Angelegenheiten von Entwicklungsländern und Bananenrepubliken einzumischen. Auch in Europa sorgen sie dafür, dass unterwürfige Regierungen sich amerikanischen Interessen unterordnen. Die USA verkaufen ihnen, dass das, was gut für die USA ist, auch gut für Europa wäre. Das stimmte schon 1953 nicht für General Motors und die USA.

Die USA konnten schon lange auf die Unterstützung von Cameron, Rajoy, Barroso, Ashton usw. zählen. Heute haben sich auch Polen und Donald Tusk an ihre Seite gestellt, der doch zu Beginn seiner Amtszeit mehr Europäer als Transatlantiker sein wollte (7). Und auch auf Italien können sie dank des Staatsstreich von Renzi (8) zählen, während in Frankreich Hollande gerade einen Premierminister ernannt hat, dem nicht gerade nachgesagt wird, amerikakritisch zu sein. Hollande versuchte zu Beginn seiner Präsidentschaft noch eine unabhängige Politik wie in Mali und auch bei anderen Themen zu vertreten; inzwischen ist er bereit, für die Amerikaner den Wasserträger zu spielen. Welche Mittel haben die Amerikaner angewandt, um ihn dahin zu bekommen? Deutschland versucht sich noch ein wenig in Widerstand, aber wie lange kann ihm dies noch gelingen? (9) Dazu schreiben wir mehr im Teleskop.

Europa hat sich vor den amerikanischen Wagen spannen lassen und arbeitet gegen seine eigenen politischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen, wie wir noch im Einzelnen darlegen werden. Während die BRICS genau das Gegenteil tun und alles daran setzen, sich von dem nunmehr gefährlichen und schädlichen Einfluss der USA zu lösen, wandelt sich Europa zum geopolitischen Harlekin.

Politisch wird Europa von den USA übernommen, was mangels politischer Führung auch leicht fällt. Handelsrechtlich und juristisch wird diese Unterwerfung Europas mit der Unterzeichnung der TTIP besiegelt.


SCHNELL – EIN TTIP !

Wir haben es bereits mit vielen Nachweisen dokumentiert : Im Gegensatz zu den verbreiteten Erfolgsnachrichten über den angeblichen Aufschwung, wie man den an den steigenden Immobilienpreise und den auf Rekordständen verharrenden Aktienmärkten erkennen können soll, ist die US- Wirtschaft am Ende. Mehr Menschen leiden in den USA an Hunger und Unterernährung als in Griechenland.

Rechts Anteil der Bevölkerung, die sich nicht ausreichend ernähren kann, nach Ländern (Links Entwicklung 2007-2012).
Rechts Anteil der Bevölkerung, die sich nicht ausreichend ernähren kann, nach Ländern (Links Entwicklung 2007-2012).
Selbst die billigen Einzelhandelsgeschäfte, die Massenware anbieten, müssen schließen, weil die Kunden wegbleiben (10). Die Anträge für Immobilienkredite sind auf Rekordtief, was einen baldigen Preisverfall am Immobilienmarkt vorhersehen lässt, wie wir ihn schon in der 81. Ausgabe des GEAB antizipiert haben.

[...]

Aber wie gesagt, der vermehrte Warenaustausch ist nicht das Hauptanliegen der Amerikaner bei der TTIP. Worum es eigentlich geht, ist die Verteidigung des Dollars als wichtigste globale Handelswährung und das Verbleiben Europas in der amerikanischen Einflusszone, damit sich nicht ein Euro-BRICS-Block bilde, der ein Gegengewicht zu den USA darstellen würde.

Die Ukrainekrise ist also, unter dem Vorwand der russischen Gefährlichkeit und der prekären Energieversorgungssituation ein Mittel, in der dadurch ausgelösten Panik die Interessen der USA und ihrer großen Konzerne gegenüber schwachen Politikern in Europa durchzusetzen

[...]

----------
Noten :

1 Worauf auch insbesondere China drängt und z.B. mit den Eurozone- Mitgliedstaaten z.B. Swap- Abkommen abschließen möchte.

2 Insbesondere indem sie die Europawahl abwarten.

3 Quelle : The Guardian, 03/04/2014.

4 Quelle : Reuters, 06/02/2014.

5 Wenn man weiß, dass die USA in Kuba soziale Netzwerke gegen die Regierung genutzt haben, ist es nicht verwunderlich, dass Erdogan Twitter hat abstellen lassen. Auch sitzt der große Widersacher Erdogans, Fethulla Gülen, Kopf hinter der Gülen – Bewegung, sicherlich nicht ganz zufällig in den USA. Quellen : Aljazeera (13/03/2014), Wikipédia.

6 Kleine Randbemerkung : Wir können uns vorstellen, dass, wenn der in Frankreich so bewunderte De Gaule heute regieren würde, er sicherlich auch als Autokrat gelten würde, der von der Macht vertrieben werden muss, wie Erdogan oder Putin. Ein Land im nationalen Interesse und für das Gemeinwohl zu regieren, ist offensichtlich heute nach den Vorstellungen derer, die es geschafft haben, ihre Vorlieben und Interessen als alternativlos zu verkaufen, mit der Demokratie, wie sie sie verstehen, unvereinbar, die sie nur als wahre Demokratie akzeptieren, wenn sie schwach und unfähig ist, die Dinge zu beeinflussen.

7 Quelle : Wikipédia. Donald Tusk ist nun ein engagierter Verfechter des Frackings in Polen und beteiligt sich an der Schürung des Konflikts mit Russland. Quellen: Wall Street Journal (11/03/2014), DnaIndia (05/04/2014).

8 Siehe auch RT, 01/04/2014.

9 Quelle: EUObserver, 10/04/2014.

10 Siehe zum Beispiel ABCNews, 10/04/2014.

Vendredi 18 Avril 2014
LEAP/E2020
Lu 13005 fois


In der selben Rubrik:
1 2 3 4 5 » ... 20

GEAB N°90 - Zusammenfassung

- 15. Dezember 2014 -

Umfassende weltweite Krise 2015 – Erdöl, Währungen, Finanzmärkte, Soziales, Mittlerer Osten : Schwerste Stürme ziehen über die westlichen Staaten dahin

- « Umfassende weltweite Krise : Das Ende des Westens, wie er nach dem 2. Weltkrieg entstanden war“
- Die Erdölkrise ist umfassend (systemisch), da sie einhergeht mit dem Ende der Erdölzeit
- Die neue amerikanische Wirklichkeit
- Europa nach der Ukraine-Krise : Viele Fragen bleiben offen
- Drei Aufgaben für das neue Europa : Überwindung der Ukraine-Krise, Wiederbelebung der europäisch- russischen Beziehungen, Vermeidung eines europäischen QE
- Mittlerer Osten : Der große Tanz der traditionellen Bündnisse
- Saudi-Arabien und der Iran : Die Verbündeten wechseln das Lager
- Und was bleibt von den « westlichen Werten » ?
Lesen Sie die Pressemitteilung

2015 – Eine neue Phase der umassenden weltweiten Krise: Die umfassende Erdölkrise
- Die Auswirkungen der Spekulation
Preiskrieg
- Systemische Ölkrise und der Finanzsektor
- Systemische Ölkrise und Geopolitik
Abonnieren Sie

Investitionen, Trends und Empfehlungen

- Erdöl: Äußerste Vorsicht ist geboten!
- Energieintensive Wirtschaftsektoren wie Fluglinien
- Erneuerbare Energien: Die Guten und die Schlechten
- 2015: Euro&Yen legen wieder zu
- Gold: Immer noch eine sichere Anlage
Abonnieren Sie

Evaluierung unserer Vorhersagen für 2014
(vgl. 81. Ausgabe des GEAB von Januar 2014): Erfolgsquote liegt bei 69%
Abonnieren Sie