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Umfassende weltweite Krise/März 2009 – weitere Beschleunigung der Krise: 'Die Welt erkennt, dass diese Krise schlimmer ist als die Weltwirtschaftskrise nach 1929'- Pressemitteilung des GEAB vom 18. Dezember 2008 -
LEAP/E2020 geht davon aus, dass diese umfassende weltweite Krise sich im März 2009 noch einmal beschleunigen wird. Wie im September 2008 wird sie einen Gang höher schalten. Wir gehen davon aus, dass mit Ende des ersten Quartals 2009 die Welt erkennen wird, dass das Fundament der Weltwirtschaft dreifach untergraben wird, nämlich durch :
1. den psychologischen Faktor der allgemeinen Erkenntnis über die Nachhaltigkeit der Krise ; 2. die weltweite Explosion der Arbeitslosigkeit ; 3. das Risiko eines Zusammenbruchs des kapitalfinanzierten Rentensystems. Die Krise erzeugt eine negative Stimmung und die negative Stimmung verschärft die Krise. Wenn die Menschen in Europa, Amerika und Asien erst zur Überzeugung gelangt sein werden, dass die Krise jeglicher nationaler oder internationaler Kontrolle entglitten ist, dass sie alle Weltregionen in Mitleidenschaft zieht (auch wenn einige mehr betroffen sein sollten als andere - vgl. 28. Ausgabe des GEAB), dass sie mit ihren Auswirkungen nun auch die Realwirtschaft in Mitleidenschaft zieht, dass sie unmittelbar die Lebensgrundlage Hunderter von Millionen Menschen in der industrialisierten Welt gefährdet, dann ist eine weitere Beschleunigung nicht mehr vermeidbar. Die nationalen Regierungen und die internationalen Institutionen haben nur noch ein drei Monate, um sich auf diese Situation vorzubereiten. Das soziale Konfliktpotential ist enorm. Die Länder, die in Zeiten explodierender Arbeitslosigkeit und insolventer Pensionsfonds keine sozialen Mindeststandards garantieren können, werden, wenn Angst viele Menschen ergreift, der Gefahr sozialer Instabilität am stärksten ausgesetzt sein. In dieser 30. Ausgabe des GEAB wird das Forscherteam von LEAP/E2020 die drei Faktoren analysieren, die das Fundament der Weltwirtschaft untergraben. Die Analyse von zweien von ihnen präsentieren wir in diesem Pressekommuniqué. Weiterhin geben wir in der 30. Ausgabe Auskunft über die erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise. Ebenfalls ist diese letzte Ausgabe des Jahres wieder Anlaß, eine Überprüfung der Verläßlichkeit der LEAP/E2020-Voraussagen vorzunehmen, die uns auch ermöglichen wird, die Methodik unserer Prognoseverfahren zu verbessern. 2008 liegt unsere Erfolgsquote bei 80%, wobei sie auf 87% ansteigt, wenn man nur die Voraussagen im Wirtschafts- und Finanzbereich berücksichtigt. In einem Jahr der tiefgreifenden Umwälzungen ist dies eine Erfolgsquote, auf die wir stolz sind. Die Krise wird zumindest bis Ende 2010 andauern
Entwicklung der US-Geldmenge und US-Krisenzeiten (1910 – 2008) - Quelle: Federal Reserve Bank of Saint Louis / Mish’s Global Economic Analysis
Wie wir in der 28. Ausgabe des GEAB beschrieben haben, wird die Krise die unterschiedlichen Weltregionen unterschiedlich in Mitleidenschaft ziehen. Trotzdem, und hierbei wollen wir keinen Zweifel an unserer Auffassung lassen, wird sie in keiner Region schnell vorbei sein. Im Gegensatz zu den Experten, die vor drei Jahren noch leugneten, dass eine Krise sich abzeichne, die vor zwei Jahren noch leugneten, dass sie weltweit sein würde, und die vor gerade einmal sechs Monaten noch leugneten, dass sie umfassend sei, also das ganze System erfassen würde, gehen wir davon aus, dass die Krise zumindest drei Jahre andauern wird. Erst dann wird die Welt sich wirtschaftlich in der Dekantierungsphase der Krise allmählich neu ordnen (1). Sie wird weder im Frühjahr 2009, noch im Sommer 2009, noch Anfang 2010 zu Ende sein. Erst gegen Ende 2010 kann man mit einer allmählichen Stabilisierung rechnen, wird in einigen Weltregionen der Aufschwung wieder zaghaft einsetzen, nämlich in Asien und der Eurozone sowie in den Ländern, die Energie oder Rohstoffe produzieren (2). In anderen Weltregionen wird die Krise andauern ; insbs. in den USA, Großbritannien, und den Ländern, die besonders eng mit deren Volkswirtschaften verflochten sind. In diesen Ländern wird die Krise sehr wohl ein Jahrzehnt andauern, wird ein Aufschwung nicht vor 2018 einsetzen.
Man darf sich auch nicht der Illusion hingeben, dass der Aufschwung Ende 2010 wieder eine Rückkehr der Zeiten der starken Wachstumsschübe sein werde. Der Weg zurück zu vergangenem Wohlstand wird lang. Z.B. werden die Aktienmärkte ein Jahrzehnt bedürfen, um wieder ihre Stände von 2007 zu erreichen, wenn dies überhaupt je gelingen wird. Schließlich brauchte Wall Street nach 1929 20 Jahre, um ihre alte Rekordmarke zu erreichen. Wir halten diese Krise für schwerwiegender und dauerhafter als die Weltwirtschaftskrise nach 1929. Diese Erkenntnis vom wahren Ausmaß der Krise wird das Verhalten der öffentlichen Meinungen im kommenden Quartal steuern. Die soziale und wirtschaftliche Stabilität vieler Staaten wird zwischen zwei Fronten geraten : Bei den Verbrauchern, Unternehmern und Lohnabhängigen bricht Panik aus und bei den Bürgern macht sich Mißtrauen gegen die politische Kaste breit. Das Risiko eines massiven Zusammenbruchs des Systems der kapitalfinanzierten Renten
Eine der weiteren Auswirkungen der Krise für Millionen Menschen insbs. in den USA, Kanada, Großbritannien, Japan, den Niederlanden, Irland und in Dänemark (3) wird darin bestehen, dass mit Ende 2008 das System der kapitalfinanzierten Renten immer mehr schlechte Nachrichten generieren wird ; Pensionsfonds werden massive Verluste machen und ihren Verpflichtungen zu Rentenauszahlungen nicht mehr voll nachkommen können. Die OECD geht allein für das Jahr 2008 (4) davon aus, dass Pensionsfonds 4.000 Milliarden USD Verlust machten. In den Niederlanden (5) wie in Großbritannien (6) haben die Aufsichtsbehörden für Pensionsfonds Alarm geschlagen und rufen nach einer Aufstockung der Pflichteinzahlungen und staatlichen Interventionen. In den USA werden ständig und mit zunehmender Häufigkeit Beitragserhöhungen und Auszahlungsminderungen bekannt gegeben (7). Und erst in den nächsten Wochen werden viele Pensionsfonds tatsächlich wissen, wie große ihre Verluste sind (8). Viele geben sich noch der Hoffnung hin, beim baldigen Ende der Krise ihren Kapitalstock wieder erhöhen zu können. Wenn im März 2009 Pensionsfondsverwalter, Rentner und Regierungen sich nicht mehr länger der Erkenntnis verschließen werden können, dass die Krise anhalten wird, dass sie gerade in der Zeit wütet, in der die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter kommen, und dass die Aktienmärkte viele Jahre brauchen werden, um ihre Stände von 2007 (9) wieder zu erklimmen, wird das gesamte kapitalfinanzierte Rentensystem in Chaos verfallen. Den Regierungen wird keine andere Wahl bleiben als die Pensionsfonds zu verstaatlichen. Argentinien, das vor einigen Wochen seine Pensionsfonds verstaatlicht hat, wird mit einem Mal nur ein Vorreiter gewesen sein.
Alle diese Tendenzen sind schon wirksam. Ihr Zusammentreffen und die Erkenntnis ihrer Auswirkungen in den öffentlichen Meinungen wird im Frühjahr 2009 einen immensen psychologischen Schock auslösen : Die Menschen werden erkennen, dass diese Krise schlimmer ist als die Weltwirtschaftskrise nach 1929 ; und dass sie einige Jahre andauern wird. Dieser Schock wird die kollektive Einstellung der Völker und der Regierenden weltweit verändern und damit Einfluss auf den weiteren Ablauf der Krise in den folgenden Monaten und Jahren nehmen. Mit weniger Illusionen und mehr Unsicherheit wird weltweit die soziale und politische Instabilität maßgeblich anwachsen. Abschließend wird diese Ausgabe des GEAB auch eine Reihe von 13 Fragen und die Antworten von LEAP/E2020 enthalten, die unsere Leser, Investoren, Entscheider in leicht verständlicher Weise in die Lage versetzen sollen, die weiteren Etappen und Entwicklungen der umfassenden weltweiten Krise vorherzusehen : 1. Ist diese Krise anders als die bisherigen Krisen des Kapitalismus? 2. Ist diese Krise anders als die Weltwirtschaftskrise 1929? 3. Ist die Krise in Europa und Asien so schwerwiegend wie in den USA? 4. Sind die aktuellen Maßnahmen der Regierungen zur Bekämpfung der Krise ausreichend? 5. Welche sind die wesentlichen aktuellen Risiken für das internationale Finanzsystem? Und sind alle Sparguthaben in der Krise gleich sicher bzw. unsicher? 6. Ist die Eurozone ein realistisches Schutzschild gegen die schlimmsten Auswirkungen der Krise und was sollte die Eurozone unternehmen, um ihren Schutz zu verbessern ? 7. Steht das Bretton Woods II-System vor dem Zusammenbruch? Sollte der Euro die Rolle des Dollars übernehmen? 8. Was können wir von dem nächsten G20-Treffen in London erwarten? 9. Gehen Sie davon aus, dass Deflation heute die größte Gefahr für die Volkswirtschaften der Welt darstellt? 10. Glauben Sie, dass die neue US-Regierung Obama in der Lage sein wird, die USA davor zu retten, in der, wie Sie sie nannten, “Very Great Depression US” zu versinken? 11. Sie sagen, dass der Dollar in den nächsten Monaten seinen Abwärtsflug wieder aufnehmen wird. Davon abgesehen: Denken Sie, dass das britische Pfund und der Schweizer Franken noch Weltwährungen sind? 12. Gehen Sie davon aus, dass der Markt für CDS in den nächsten Monaten implodieren wird? Und was wären die Konsequenzen? 13. Gibt es eine Blase für US-Staatsanleihen, die platzen könnte?
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Noten: (1) Insoweit ist eine Lektüre des Beitrags von Robert Guttmann vom 2. Halbjahr 2008 auf der Webseite Revues.org, unterstützt von dem Maison des Sciences de l'Homme Paris-Nord, sehr hilfreich. (2) Im übrigen sind es schon heute die Rohstoffe, die für einen Erholung im inernationalen Seehhandel sorgen. Quelle: Financial Times, 14/12/2008 (3) Denn das sind die Länder, die besonders intensiv auf das System der kapitalfinanzierten Renten gesetzt haben. Vgl. 23. Ausgabe des GEAB. Quelle: Independent, 30/11/2008 (4) Quelle : OCDE, 12/11/2008 (5) Quelle : NU.NL, 15/12/2008 (6) Quelle : BBC, 09/12/2008 (7) Quellen : WallStreetJournal, 17/11/2008 ; Phillyburbs, 25/11/2008 ; RockyMountainNews, 19/11/2008 (8) Quelle : CNBC, 05/12/2008 (9) Und wir erwähnen hier nur in der Fußnote den Einfluss des Platzens der Blase der US-Staatsanleihen, das ebenfalls bei den Pensionsfonds zu erheblichen Verlusten führen wird. Mehr dazu aber in den dreizehn Fragen und Antworten im Teleskop. Jeudi 18 Décembre 2008
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2. Quartal 2010: Massive Verschärfung der umfassenden weltweiten Krise – Verstärkung der fünf negativen Grundtendenzen