GEAB N°15 ist angekommen! Warnung LEAP/E2020 - Die US-Wirtschaft befindet sich seit dem ersten Quartal in einer Rezession


- Ansage GEAB N°15 (17. May 2007) -



Die Untersuchungen von LEAP/E2020, insbs. mittels eines Vergleichs der fünf wichtigsten Weltwährungen (US-Dollar, Euro, Pfund Sterling, Yen und Yuan), zeigen, dass sich die US - Wirtschaft seit dem ersten Quartal 2007 in einer Rezession befindet.

Denn seit diesem Zeitraum nimmt, wenn man es in Euro, Pfund und Yuan misst, das Bruttosozialprodukt der USA ab (siehe unten stehende Vergleichsgraphik). Nach den Einschätzungen der LEAP/E2020 - Forschungsgruppe , die wir in dieser Ausgabe des GEAB vorstellen, wird sich diese Tendenz für das zweite und dritte Quartal 2007 noch verstärken: Ab dem 2. Quartal wird auch noch in der vierten Weltwährung, nämlich dem Yen, der Rückgang des US-BSP ablesbar sein; an einer Rezession kann dann kein Zweifel mehr bestehen; dann beginnt in den USA die "Very Great Depression", die wir in der 11. Ausgabe des GEAB vom Januar 2007 bereits angekündigt haben.

Entwicklung des BSP der USA in 2000 bis 2007 gemessen in den fünf großen Weltwährungen / Schätzungen für das 2. und 3. Quartal 2007 /  in Milliarden ($, €, ₤), in 10 Milliarden ( Ұ) und in 100 Milliarden (¥) - Quelle LEAP/E2020
Entwicklung des BSP der USA in 2000 bis 2007 gemessen in den fünf großen Weltwährungen / Schätzungen für das 2. und 3. Quartal 2007 / in Milliarden ($, €, ₤), in 10 Milliarden ( Ұ) und in 100 Milliarden (¥) - Quelle LEAP/E2020
Diese Methodik einer Multi-Devisen-Bewertung wird von der LEAP/E2020-Forschungsgruppe seit bereits zwei Jahren herangezogen, um die Entwicklungen der großen Weltwirtschaften anhand von Kriterien zu messen, die die finanzielle und wirtschaftliche Realität besser wiederspiegeln als ihre Messung in nur einer Devise, die externe Faktoren unberücksichtigt läßt. Eine wegen der umfassenden weltweiten Krise im Umbruch befindliche globale Realität läßt sich nur noch mit weltumspannenden Maßeinheiten beschreiben. In der Aufprallphase der aktuellen Krise geht die Wirtschafts- und Finanzära, die mit dem Ende des 2. Weltkriegs 1945 einsetzte und die allein auf der Stärke der US-Wirtschaft und des US-Dollars aufbaute, zu Ende. Deshalb wurde den Forschern von LEAP/E2020 schon sehr früh bewusst, dass neue Methoden zur aussagekräftigen Messung der Wirtschaftsstärke und des Wachstums gefunden werden mussten; die Methodik einer Multi-Devisen-Bewertung ist für solche neuen Methoden ein Beispiel. Mit ihr kann die Wirklichkeit einer globalisierten Wirtschaft, in der mehrere Wirtschaftspole nunmehr miteinander in Konkurrenz stehen und deren relatives Gewicht sich laufend verschiebt, dargestellt und verglichen werden (1). Eine Bewertung allein in US-Dollar ist nicht mehr geeignet, um diese neue Wirklichkeit zu erfassen.

In der Mai-Ausgabe des Global Europa Antizipations-Bulletin (15. Ausgabe; hier abonnieren listet die LEAP/E2020-Forschungsgruppe alle Daten und Hypothesen auf, die ihren Arbeiten zugrunde liegen: Wechselkurse (jährliche Durchschnitte), Voraussagen über Wirtschaftswachstum, und Wechselkurse für das 2. und 3. Quartal. Wichig ist herauszustellen, dass LEAP/E2020 bei der Erstellung seiner Analyse allgemein sehr gemäßigte Hypothesen zugrunde gelegt hat, um zu vermeiden, dass durch statistische Übergewichtungen die projezierten Entwicklungen zu markant werden. Beispielsweise haben wir betreffend der US-Wirtschaft die vorläufig offizielle Zahl von 1,3% Wachstum des BSP im ersten Quartal 2007 als Ausgangszahl herangezogen (2), obwohl angesichts des im März 2007 um 10% gestiegenen US-Außenhandelsdefizits (das nunmehr bei 63,9 Millarden USD liegt) (3) das endültig festgestellte Wirtschaftswachstum im ersten Quartal wohl eher bei 0,6% bis 1% liegen wird. Aber auch wenn man die sehr optimistischen Zahlen zum US-Wachstum als Ausgangspunkt nimmt, befinden sich die USA in einer Rezession, die sich in Bälde vertiefen wird.

Damit wurde im April 2007 sehr wohl und wie von LEAP/E2020 seit Februar (12. Ausgabe des GEAB vorhergesagt, der Krümmungspunkt der Aufprallphase der umfassenden weltweiten Krise erreicht, denn in diesem Monat setzte objektiv und messbar die Rezession ein, auch wenn die offiziellen amerikanischen Statistiken noch versuchen, diese Entwicklung zu verschleiern. Zusätzlich zu diesem objektiven Befund einer Rezession verstärkten sich im April noch weitere Schlüsselfaktoren der umfassenden weltweiten Krise; deren Auswirkungen werden sich nun verstärken und beschleunigen. Deshalb stellt LEAP/E2020 in der diesmonatigen Ausgabe die folgenden Analysen vor:


- Zunehmende Insolvenz des US-Verbrauchers, einbrechende Ertragslage der auf dem US-Markt tätigen Unternehmen und Massenentlassungen speisen einen Teufelskreis

- Beschleunigter Wertverlust des Dollars, importierte Inflation, Anwachsen des Zahlungsbilanzdefizits und Handelskonflikte mit Asien und Europa provozieren ein Auseinanderfallen des Konsenses in der amerikanischen Zentralbank und markieren den Beginn der "Very Great Depression".

Bildhafte Darstellung der Entwicklungsspirale der umfassenden weltweiten Krise, in derem Zentrum sich die USA befinden
Bildhafte Darstellung der Entwicklungsspirale der umfassenden weltweiten Krise, in derem Zentrum sich die USA befinden
Ab Anfang des Sommers 2007 werden diese Faktoren und ihre spürbar werdenden Auswirkungen unmittelbar die neue Etappe der Aufprallphase der umfassenden weltweiten Krise prägen. Wie LEAP/E2020 schon mehrfach betont hat, läuft diese Krise in einer Spirale ab (deren Zentrum zur Zeit immer noch die USA sind), und nicht etwa als linearer Niedergang. Die Komplexität der globalisierten Welt, in der die Krise abläuft, bewirkt, dass die Auflösung der alten Weltordnung simultan an allen Fronten und Bereichen stattfindet, aber mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und mit unterschiedlichen Auswirkungen. Jeder Sektor (Wirtschaft, Finanzmärkte, Militär, Außenpolitik, Kultur, Politik...) folgt seiner eigenen Logik und seinem eigenen Rythmus.

Selbst wenn eine der Komponenten sich zu stabilisieren scheint, dann bedeutet das in Wirklichkeit nur, dass die Krise in einem anderem Sektor an Geschwindigkeit zunimmt. Genauso wie es heute erforderlich ist, das BSP der großen Wirtschaftsmächte des 21. Jahrhunderts anhand von verschiedenen Maßstäben zu messen, um die tatsächliche Entwicklung beurteilen zu können, genauso ist es erforderlich, gleichzeitig eine ganze Reihe von Faktoren im Auge zu behalten, um den Ablauf der akutellen umfassenden weltweiten Krise messen, verstehen und antizipieren zu können. Genau dies ist der Ansatz der Forscher von LEAP/E2020, die nicht nur die Wesensmerkmale der Krise vorhersagen wollen, sondern auch schon jetzt erkennen wollen, auf welche Art und Weise diese Krise auslaufen wird, wenn - voraussichlich 2008 bis 2010 - die Abwärtsspirale in eine Aufwärtsspirale übergehen wird. Geometrisch nennt sich eine solche Figur eine "rotierende Oberfläche" (surface de révolution).


Bildhafte Darstellung der Entwicklungsspirale der umfassenden weltweiten Krise, in derem Zentrum sich die USA befinden
Bildhafte Darstellung der Entwicklungsspirale der umfassenden weltweiten Krise, in derem Zentrum sich die USA befinden
---------

(1) Die vier Staaten bzw. Staatengemeinschaften (neben den USA), deren Währungen für die Arbeiten von LEAP/E2020 über die Entwicklung des US-BSP ausgewählt wurden, repräsentieren im Jahr 2006 42% des Welt-BSP (Quelle IWF 2007), ungefähr 38% des Welthandels für Waren und Dienstleistungen (Quelle Welthandelsorganisation 2007) und ungefähr 40% des US-Außenhandels (Quelle US Census Bureau - Foreign Trade Statistics.

(2) Quelle: US Department of Commerce / Bureau of Economic Analysis, 27.04.2007

(3) Quelle: US Census Bureau / Foreign Trade Statistics, 10.05.2007

Jeudi 17 Mai 2007


GEAB N°46 - Zusammenfassung

- 17. Juni 2010 -

Die umfassende weltweite Krise im zweiten Halbjahr 2010: Die vier „Single Points of Failure“ der Weltordnung
Nach Auffassung von LEAP/E2020 wird sich der Zerfall der Welt – und öffentlichen Ordnung im zweiten Halbjahr 2010 erneut beschleunigen. Jedem der vier „Single Point of Failure“ der Weltordnung, nämlich der Außenpolitik, den Finanzmärkten, der Wirtschaft und dem sozialen Frieden droht der Kollaps und damit der Kollaps des gesamten Systems... (Seite 2)
Abonnieren Sie

Die Staatschulden der westlichen Staaten und die Gefahr ihrer Zahlungsunfähigkeit
Bis zum Ende des Jahres werden die Lehren aus der « Griechenlandkrise » gezogen sein... Der Rest der Welt wird erkennen, dass nicht nur die EU-Länder unter zu hoher Schuldenlast leiden, sondern dass alle westlichen Staaten davon betroffen sind, ja dass sogar die wichtigsten Staaten unter ihnen de facto zahlungsunfähig sind… (Seite 5)
Abonnieren Sie

Europäische Sparpakete ; wenn dem Streben nach konsolidierten Haushalten der Vorrang vor Konjunkturprogrammen und Wachstum eingeräumt wird.
In der Eurozone diktiert Deutschland den Kurs der neuen Sparpolitik. Deutschland legt deren Grundzüge fest, und die anderen Euro-Länder können nicht anders, als diesen Vorgaben zu folgen... (Seite 9)
Abonnieren Sie

Inflation in China ; Chinas Exporte lassen weltweit die Preise steigen
Wie wir schon in der 35. Ausgabe des GEAB vom Mai 2009 schrieben, erschöpfen sich allmählich die Wirkungen des chinesischen Konjunkturprogramms, was zu zwei, miteinander in Verbindung stehenden Problemen führt ... (Seite 14)
Abonnieren Sie

Das Schrumpfen der US-Wirtschaft ; von der schleichenden Verarmung der Unter- und Mittelklasse zum harten Sparprogramm der US-Bundesregierung
Nur noch wenige Monate liegen vor den Neuwahlen des US-Kongresses im November 2010. Diese Wahlen sind für die aktuelle Regierung die erste große Bewährungsprobe an den Urnen... (Seite 17)
Lesen Sie die Pressemitteilung

Weitere Elemente der Methodik der politischen Antizpation: Quellen / Organisation der Forschungsteams
Auszüge aus dem Handbuch der politischen Antizipation, das LEAP im Oktober 2010 herausgeben wird (Seite 22)
Abonnieren Sie

Strategische und praktische Empfehlungen für das zweite Halbjahr 2010
« Anleihen der US-Städte, - Gemeinden und –Kreise » : Der große Anleihencrash des zweiten Halbjahrs 2010
Devisen: Der Sturm nimmt im zweiten Halbjahr an Stärke zu – immer höher werden die Wellen schlagen
Aktienmärkte: Sie werden mit dem bisher Undenkbaren konfrontiert
Gold, Edelmetalle, Bargeld, Immobilien … (Seite 27)
Abonnieren Sie

Der GlobalEurometer - Ergebnisse & Auswertung
Und die Befragten sind – was beim GlobalEurometer sehr selten ist – einstimmig der Auffassung, dass Asien und die EU eigentständige Rating-Agenturen gründen sollten, um somit von der Willkür von Moody’s, Fitch und Standard&Poor unabhängig zu werden… (Seite 31)
Abonnieren Sie

Sondermitteilungen für unsere Leser
Seminar EU-Russland, Nizza, 23./24. September 2010
Akademie für politische Antizipation, Ausbildungsjahr 2010-2011 (Seite 33)
Abonnieren Sie