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Umfassende weltweite Krise weitet sich aus: Immobilien - Finanzinstitute - Aktienmärkte - Privatkonsum - Devisen- Ansage GEAB N°13 (18. März 2007) -
Wie die LEAP/E2020-Forschungsgruppe in den letzten Monaten immer wieder vorhergesagt hat, sind die USA dabei, in eine "Very Great Depression" 2007 abzustürzen; auch bestätigt sich, wie wir in der 12. Ausgabe des GEAB vom Februar angekündigt hatten, dass der Krümmungspunkt der Krise, ab dem sie sich exponentiell beschleunigen wird, im April erreicht sein wird. Die kommenden Wochen werden von einer Ausweitung der Immobilienkrise auf die Gesamtheit der US-Finanzmärkte und des Konsums des amerikanischen Verbrauchers gekennzeichnet sein, was die Ertragslage vieler Wirtschaftsbereiche in den USA und den Wert des US-Dollars aufs Schwerste beeinträchtigen wird. Parallel dazu werden diese Entwicklungen die transpazifischen Handelskonflikte noch weiter verstärken, von denen LEAP/E2020 schon im Dezember 2006 vorher sagte, dass sie die Aussichten für die US-Wirtschaft im Jahr 2007 maßgeblich beeinflussen werden.
Die Krise dehnt sich in vier Bereiche aus: 1. Die Aktienmärkte weltweit: die ersten Opfer des Beginns des sino-amerikanischen Handelskriegs 2. Die Immobilienkrisen: Nicht nur die auf Risikokredite spezialisierten Hypothekenbanken, sondern alle Investoren und Unternehmen an den amerikanischen Finanzmärkten werden vom Sturm erfasst 3. US-Dollar (und an ihn gekoppelte Währungen): Der Absturz setzt sich im April 2007 fort 4. US-Privatverbrauch: Der Exodus der großen Unternehmen aus dem amerikanischen Markt In diesem Presse-Kommuniqué stellt LEAP/E2020 einen der vier maßgeblichen Bereiche vor, zu denen hin die aktuelle Krise sich ausweiten wird. Die Aktienmärkte weltweit die ersten Opfer des Beginns des sino-amerikanischen Handelskriegs
Es ist für die Forscher von LEAP/E2020 sehr bezeichnend, dass die aktuelle weltweite Krise an den Aktienmärkten von China ausging, ausgelöst durch den Kurssturz (beinahe 10%) an der Shanghaier Börse als Folge einer Verlautbarung der chinesischen Regierung, man wolle die Aktienspekulation eindämmen. Zum einen zeigt die Tatsache, dass der Kurssturz an den übrigen Börsen der Welt vom "Krach" in Shanghai verursacht wurde, welche Bedeutung China inzwischen in der Weltwirtschaft erlangt hat; zum anderen wäre es sehr überraschend, wenn die chinesische Regierung bei der Auslösung dieser Kriselediglich einen Fehler begangen hätte, dessen Auswirkungen sie nicht richtig eingeschätzt hätte, und es keine Verbindung zum Eintreffen des amerikanischen Finanzministers Hank Paulson in Asien am nächsten Tag gegeben hätte. Dessen Reiseziele wurden durch die weltweite Aktienkrise vollkommen zunichte gemacht: Eigentlich war er gekommen, um den Wirtschaftspartnern der USA in der Region eine Strafpredigt zu halten und insbesondere China Lehrstunden über richtige Geld- und Finanzpolitik zu geben; statt dessen verbrachte er seine Woche damit, den asiatischen Partnern zu versichern, dass die US-Wirtschaft stabil wäre und von dem Kursrückgang an der Wall Street und der Krise der Risikohypothekenbanken keine Gefahren für die allgemeine Wirtschaftslage und den Wert des Dollars ausgehe.
Guthaben in US-Dollars in ausländischem Eigentum
Schon im November 2006 hatte eine Verlautbarung des Gouverneurs der Zentralbank Chinas über eine Verringerung des Dollaranteils an den chinesischen Devisenreserven den Dollar im Verhältnis zu allen großen Weltwährungen abstürzen lassen (was insbesondere den Euro-US-Dollar-Wechselkurs auf mehr als 1,30 US-Dollar ansteigen ließ), und auch damals stand, ganz zufällig, eine Reise von Hank Paulson und weiteren einflussreichen US-Wirtschaftspersönlichkeiten in China an. Im übrigen setzt China im Bereich der Devisenstreuung seine Bemühungen fort, denn die Pekinger Regierung ließ vor Kurzem einen Investitionsfonds gründen, dem die Aufgabe übertragen wurde, die Devisenreserven besser zu verwalten (1).
Die chinesischen Politiker wollen auf diese Art Washington die klare Nachricht zukommen lassen, dass die USA viel risikieren würden, wenn sie sich in das Abenteuer protektionistischer Maßnahmen stürzten, die sich unmittelbar negativ auf chinesischen (und auch japanischen) (2) Exporte auswirken würden. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Denn in den allernächsten Wochen möchte der US-Kongress unter der Führung der Demokraten und mit der Hilfe eines Teils der Republikaner (und mit der quasi expliziten Unterstützung durch den Vorsitzenden der amerikanischen Zentralbank Ben Bernanke) eine ganze Reihe von protektionistischen Maßnahmen beschließen, deren Ziel gerade darin bestehen soll, die chinesischen Einfuhren in die USA zu beschränken (3). Mit ihrem Verhalten sendet zwar Peking eine klare Nachricht, aber letztendlich trägt es nur zu der Spirale von Aktion und Reaktion bei, die den transpazifischen Handelskonflikt intensiviert. So unterstreicht der US-China-Business-Council (4), dass die Handelsbeschränkungen, die die USA erlassen wollen, die gesamten Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern gefährden könnten. LEAP/E2020 hat in vorhergehenden Ausgaben des GEAB (insbs. 8. und 9. Ausgabe) ausführlich dargelegt, warum die Washingtoner Politiker den Weg zum Protektionismus unweigerlich beschreiten werden, zum einen, da ihre Wähler dies von ihnen erwarten (der Schutz der heimischen Arbeitsplätze ist die einzige Möglichkeit für die Demokraten, ihre Mehrheit im Kongress auch über die nächsten Wahlen hinaus zu wahren, ganz zu schweigen von ihren Chancen, den nächsten Präsidenten zu stellen), zum anderen, da die wichtigen demokratischen und auch republikanischen Politiker schlicht und einfach unfähig sind zu ermessen, bis zu welchem Grad die Wirtschaft ihres Landes auf tönernen Füßen steht und von seinen Beziehungen zu Asien und den anderen Weltregionen abhängig ist. Die herrschende Klasse in den USA möchte China "eine Lektion erteilen" (und dabei auch noch gleichzeitig den japanischen Automobilhersteller einen warnenden Zeigefinger vorhalten). Dabei ist sie sich nicht darüber im Klaren - die chinesischen Warnungen haben insoweit überhaupt nicht gefruchtet -, dass die US- Position nicht mehr so stark ist, dass sie China auch nur den Ansatz einer Lektion erteilen könnten, und dass sie mit ihren protektionistischen Maßnahmen einen Handelskrieg entfachen werden, der mit seinen Turbulenzen auch die Finanz- und Devisenmärkte erfassen wird. Denn über den Wert des Dollars und der US-Schatzbriefe und Schuldverschreibungen wird heute in Peking entschieden. Und nicht nur das: Auch die Aktienkurse von Fannie Mae und Freddy Mac, die die asiatischen Investoren auf Rat ihrer amerikanischen Geschäftsbanken in den letzten Monaten angehäuft haben, liegen in chinesischen Händen. Inzwischen gibt selbst Ben Bernanke zu, dass das Ausmaß der asiatischen Investitionen in der US-Wirtschaft für die USA ein umfassendes Risiko birgt.
Entwicklung der chinesischen Devisenreserven
Um die Situation mit einem aktuellen Bild zu verdeutlichen: Die USA sind heute wie ein riesiger Hedge Fonds, dessen Manager sich gerade anschicken, mit ihrem Hauptkreditgeber (nämlich China), der ihnen das Geld zur Verfügung stellt, um ihre immer riskanteren Geschäfte zu betreiben, auf Konfrontation zu gehen. Die tragende Idee hinter dieser Strategie ist natürlich, dass der Kreditgeber gar nicht anders könnte, als weiterhin Geld zu leihen, da er sonst alles verlöre. Das ist eine Strategie, die der Komplexität der Situation nicht Rechnung trägt, von der Milliarden Menschen und Billionen Dollar abhängen, insbesondere wenn es dem Kreditgeber gerade dämmert, dass fast alle "Sicherheiten", die er über die letzten Jahre von seinem Kreditnehmer empfangen hat, nichts weiter sind als Fetzen Papier ohne Wert. Denn die Ausweitung der Immobilienkrise auf den gesamten Finanz- und Bankensektor zeigt gerade der gesamten Welt, wie schwach die amerikanische Wirtschaft und wie wertlos ihre Schuldverschreibungen sind.
Die 200 Milliarden US-Dollar Handelsüberschuss für die Chinesen gegenüber den USA müssen in Verhältnis gesetzt werden zu dem Vermögensverlust, der für die Chinesen durch eine 10-prozentige Abwertung des Dollars pro Jahr entsteht, nämlich 100 Milliarden Dollar. Davon auszugehen, dass Peking in aller Ruhe hinnähme, auf allen Ebenen Verluste zu erleiden, ohne sich virulent dagegen zu wehren, ist wirklich von höchster intellektueller Naivität, vergleichbar mit der, die in Washington vor vier Jahren herrschte, als alle glaubten, die Iraker würden die amerikanischen Soldaten mit Blumen begrüßen. GEAB N°13 (abonnement
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Anmerkung: (1) « China forming fund to invest reserves”, Yahoo News, 09.03.2007 (2) Zu diesem Thema bekräftigt LEAP/E2020 seine Voraussage von Ende 2006 (10. Ausgabe des GEAB) in dem unsere Forscher darlegten, warum nach ihrer Auffassung Japan sich in diesem heraufziehenden transpazifischen Handelskonflikt mit China werde solidarisieren müssen. (3) Die Schlacht um die "Paper Mills" (Papierfabriken) könnte sehr wohl der Auslöser für eine Reihe von protektionistischen Maßnahmen und Gegenmaßnahmen auf beiden Seiten des Pazifiks sein. Im Gegensatz zu anderen Themen, wie zum Beispiel der Einfuhr von Kraftfahrzeugen, ist dieser "Kampf" sehr volksnah, da dabei die Existenz von kleinen Unternehmen, die über die amerikanische Provinz verstreut sind, auf dem Spiel steht. "US threatening tariffs on paper from China, International Herald Tribune, 28.02.2007 (4) « US-China Trade Relations », US-China Business Council, Febr. 2007 Samedi 17 Mars 2007
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2. Quartal 2010: Massive Verschärfung der umfassenden weltweiten Krise – Verstärkung der fünf negativen Grundtendenzen