Die umfassende weltweite Krise – 2011: Das Jahr, das keine Gnade kennt / An der Gabelung von drei Wegen in das weltweite Chaos


- Pressemitteilung des GEAB vom 17. Januar 2011 -



Die umfassende weltweite Krise – 2011: Das Jahr, das keine Gnade kennt / An der Gabelung von drei Wegen in das weltweite Chaos
Mit dieser 51. Ausgabe des GEAB feiert der Global Anticipation Bulletin seinen fünften Geburtstag. Im Januar 2006 schrieb LEAP in der ersten Ausgabe des GEAB, dass wir am Beginn einer Epoche von vier bis sieben Jahren stünden, die vom Sturz der Dollarmauer geprägt wäre. Als geschichtliches Ereignis wäre dies so schwerwiegend wie der Fall der Berliner Mauer, der das Ende des Ostblocks und der Sowjetunion einleitete. Heute, in dieser 51. Ausgabe des GEAB, die unsere 32 Vorhersagen für das Jahr 2011 enthält, werden wir darlegen, warum wir glauben, dass 2011 das Jahr sein wird, in dem die Weichen für den Fall der Dollarmauer gestellt werden. Dieser Prozess dürfte sich über einen Zeitraum von drei Jahren hinziehen, also bis 2013 gehen. Dieses Jahr wird ein schlimmes Jahr werden, weil nun die Welt von Gestern untergeht (1).

Seit September 2008 ist allen klar, dass diese Krise in der Tat umfassend und global ist. Dennoch haben sich die USA und in ihrem Windschatten ihre westlichen Verbündeten damit zufrieden gegeben, an den Symptomen herumzudoktern und die Risse des Systems zu übertünchen. So blieb verborgen, wie weitgehend die Ursachen der Krise die Grundlagen des gegenwärtigen internationalen Systems zerstört haben. 2011 wird nach unserer Auffassung das Jahr sein, in dem die staatlichen Maßnahmen, die nur die oberflächlichen Folgen der Krise beheben konnten, ihre Wirkung verlieren. Dann wird die Krise wieder ihre volle Kraft entfalten können, und offensichtlich werden, wie weit der Zerfall der Welt – und öffentlichen Ordnung in den letzten Jahren fortschreiten konnte (2).

Daher gehen wir gehen davon aus, dass 2011 geprägt sein wird von einer Reihe brutaler Schocks, die die unzureichenden Schutzmechanismen gegen die Krise, die seit 2008 eingerichtet wurden (3), zerschlagen werden. Diese Schocks werden nach und nach die Fundamente wegbrechen, auf denen seit Jahren die Dollarmauer ruht. Nur die Länder, Gebietskörperschaften, Organisationen und Privatpersonen, die in den letzten drei Jahren die Schlussfolgerungen aus der Krise gezogen haben und die Konzeptionen, Ziele, Werte und Gewohnheiten der Welt von Gestern abgelegt haben, werden dieses Jahr unbeschadet überstehen. Die anderen werden in einer Abfolge von finanziellen, währungspolitischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Problemen, mit denen das Jahr 2011 uns konfrontieren wird, beträchtlichen Schaden erleiden.

Da wir also davon ausgehen, dass 2011 insgesamt das chaotischste Jahr seit 2006, dem Jahr, in dem wir unsere Arbeiten über die Krise begannen, sein wird, haben wir uns für diese 51. Ausgabe auf unsere 32 Vorhersagen für das Jahr 2011 konzentriert, in die diesmal auch unsere Empfehlungen, wie man sich am besten gegen die Folgen der uns bevorstehenden Schocks wappnen kann, eingearbeitet sind. Diese Ausgabe des GEAB bietet damit sozusagen eine Wegbeschreibung durch die finanziellen, währungspolitischen, politischen wirtschaftlichen und sozialen Schocks der nächsten zwölf Monate.

Unsere Auffassung von 2011 als das schrecklichste Jahr seit des Beginns unserer Arbeiten zur Antizipation der umfassenden Krise gründet sich auf die Annahme, dass in diesem Jahr die Welt vor einer Weggabelung steht, von der drei Wege abgehen, die aber alle in das weltweite Chaos führen. Statt die Ursachen der Krise zu beheben, hat die internationale Gemeinschaft seit 2008 mit Bankenrettung und Konjunkturplänen nichts anderes gemacht, als Anlauf zu nehmen, um nun mit vollem Schwung in das Chaos springen zu können.

Ein machtloses internationales System

Den ersten Weg, den die Krise nehmen kann, um die Welt in Chaos zu stürzen, ist das Auftreten eines brutalen, unvorhersehbaren Schocks. Das internationale System ist inzwischen in einem so jämmerlichen Zustand, dass es in jeder Art von Katastrophe größeren Ausmaßes zusammenbrechen kann (4). Wer dies für eine übertriebene Aussage hält, sollte einfach den Blick nach Haiti wenden, wo die internationale Gemeinschaft seit nunmehr einem Jahr sich unfähig zeigt, dem Land effizient beim Wiederaufbau zu helfen (5); oder in die USA, wo die USA in sechs Jahren seit dem Wirbelsturm Katrina unfähig waren, die Stadt wieder aufzubauen. Dafur, Elfenbeinküste, Israel und Palästina – nirgendwo kann die internationale Gemeinschaft dauerhafte Lösungen durchsetzen. Die Nato kann die Taliban nicht besiegen, der VN-Sicherheitsrat die Korea- und Irankrise nicht lösen. Der Westen vermag nicht, den Libanon zu stabilisieren, der G20 nicht, die weltweite Krise zu lösen, in der sich zu den finanziellen und wirtschaftlichen Problemen auch noch die unzureichende Ernährungssicherheit gesellt hat. Wo immer auch die Ursachen einer Katastrophe liegen, ob im Klima oder bei den Menschen, das internationale System ist ohnmächtig, die Probleme zu lösen oder wenigstens die Folgen zu mindern.

Seit zumindest der Mitte des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts bieten die Staaten, die sich als wichtige Akteure auf der Weltbühne fühlen, also in erster Linie die USA mit ihren westlichen Verbündeten, statt wirksamer Politik, die die Lebenswirklichkeit verändert, nur Kommunikation und Lippenbekenntnisse. Die Staaten haben die Hoffnung aufgegeben, ihr Schicksal noch bestimmen zu können. Die Regierungen hoffen nur noch, dass der nächste Kelch der Krise an ihnen vorübergehen werde, dass die nächste Katastrophe ein anderes Land ereile. Aber inzwischen hat die Krise die Zahl der möglichen Katastrophen so erhöht, dass die Staaten genauso gut auch russisches Roulette spielen könnten. Nach unserer Auffassung ist die ganze Welt auf dem Weg, die neue Version russischen Roulettes (6), die Version 2011, zu spielen, nämlich amerikanisches Roulette: Gleiche Regeln, nur statt einer Kugel fünf in der Trommel.

Monatliche Entwicklung des Ernährungsindex der FAO (2010) und die Preise der wichtigsten Grundnahrungsmittel (Grundlinie 100: Durchschnitt 2002 – 2004)  - Source: FAO/Crikey, 01/2011
Monatliche Entwicklung des Ernährungsindex der FAO (2010) und die Preise der wichtigsten Grundnahrungsmittel (Grundlinie 100: Durchschnitt 2002 – 2004) - Source: FAO/Crikey, 01/2011
Der Preisanstieg für Rohstoffe (Lebensmittel, Energie usw. (7)) weckt unweigerlich Erinnerungen an 2008 (8). Auch damals, im Vorfeld des Zusammenbruchs von Lehman Brothers und der Wall street, schossen die Rohstoffpreise durch die Decke. Und die Gründe für den Preisanstieg heute sind dieselben wie 2008: Die Flucht aus reinen Finanzwerten und Devisen in „konkrete“ Anlagen. Gestern flohen die großen Investoren und Fonds aus den Hypothekenkrediten und überhaupt allen Anlagen, die vom Dollar abhingen. Heute flüchten sie wiederum aus den Finanzwerten, aber auch aus Staatsanleihen und anderen öffentlichen Schulden. Zwischen Frühjahr und Herbst 2011 ist mit der Explosion von vier Blasen zu rechnen: Der Blase der Staatsanleihen (9), der öffentlichen Schulden (10), der Bankbilanzen (11) und der Immobilienmärkte in den USA, China, Großbritannien, Spanien wie überhaupt der Gewerbeimmobilienmarkt (12). Dies alles wird sich vor dem Hintergrund massiver Währungskriege abspielen (13).

Angesichts des amerikanischen, britischen und japanischen Quantitative Easing und der Konjunkturprogramme, die diese Länder sowie auch China und Europa aufgelegt haben, kann Inflation nicht ausbleiben. Dies wird einer der Faktoren sein, die die Welt im Jahr 2011 erschüttern werden (14). Wir werden in dieser Ausgabe des GEAB noch näher darauf eingehen. Aber wie man an den Ereignissen in Tunesien (15) sehen kann, führen globale Gegebenheiten wie insbes. die Lebensmittel –und Energiepreise national zu massiven sozialen und politischen Schocks (16). Und sehr bezeichnend ist auch, dass die großen Schutzmächte des tunesischen Regimes, nämlich Frankreich, Italien und die USA unfähig waren, den Zusammenbruch eines „befreundeten“ Regimes zu verhindern (17).

Die Machtlosigkeit der großen geopolitischen Akteure

Der Machtverfall der bisher so mächtigen geopolitischen Akteure ist der zweite Weg, den die Krise einschlagen kann, um 2011 die Welt ins Chaos zu stürzen. Man kann ja die mächtigsten Mitglieder der G20 in zwei Gruppen einteilen, deren einziger gemeinsamer Punkt darin besteht, dass beide nicht in der Lage sind, die Ereignisse in entscheidender Weise zu beeinflussen.

Auf der einen Seite gibt es den „Westen“ der Nachkriegszeit, der in dieser Form nicht mehr lange bestehen wird. Für die USA wird das Jahr 2011 den Beweis erbringen, dass ihre Führungsrolle in der Welt Vergangenheit ist (vgl. weiter unten in dieser Ausgabe). Dennoch versuchen sie verzweifelt, das internationale System in seiner Form vom Beginn des neuen Jahrhunderts zu erhalten. Das ist auch verständlich, waren sie doch damals die einzige Supermacht in einer unipolaren Welt. Und Euroland ist dabei, in die Rolle eines Quasi-Staates (18) hineinzuwachsen. Es ist mit diesem Umbruch und seinem Hineinwachsen in die Rolle eines „global players“ (19) ausreichend beschäftigt, so dass ihm keine Energie übrig bleibt oder es auch nur eine Vision entwerfen könnte, um auf die weltweiten Ereignisse Einfluss zu nehmen (20).

Auf der anderen Seite findet man die BRIC mit den beiden treibenden Kräften China und Russland, die sich allerdings noch als unfähig erweisen, die Führung zumindest eines Teils des internationalen Systems zu übernehmen. Sie beschränken ihre Aktivität zurzeit darauf, die noch verbleibenden Reste der Fundamente der Welt von Gestern diskret zu untergraben (21).

Damit ist die Ohnmacht im internationalen System allgegenwärtig (22). Das erhöht natürlich das Risiko, dass wesentliche Schocks sich ereignen und dass die Folgen dieser Schocks schlimmer sind als es sonst notwendig wäre, weil nicht gemeinsam gegengesteuert werden kann. Die Welt von 2008 wurde von dem gewaltigen Schock der Finanzkrise überrascht. Aber damals konnte das System noch besser reagieren. Denn es besaß noch eine unangefochtene Führungsnation (23). 2011 ist dies nicht mehr der Fall. Es gibt keine unangefochtene Führungsnation mehr, und das System ist machtlos geworden, wie wir soeben ausgeführt haben. Die Lage wird noch weiter dadurch verschärft, dass in vielen Staaten der Ausbruch sozialer Unruhen und schwerer wirtschaftlicher Krisen drohen.

Entwicklung des Benzinpreises in den USA (2009 – 2011) - Quelle: GasBuddy, 01/2011
Entwicklung des Benzinpreises in den USA (2009 – 2011) - Quelle: GasBuddy, 01/2011

Gesellschaften am Rand eines sozialen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs

Dies ist insbes. der Fall in den USA und in Europa, wo die Folgen von drei Jahren Krise sich in wirtschaftlichen und sozialen Belangen massiv bemerkbar machen. Das führt natürlich auch zu politischen Folgen. Die amerikanischen Privathaushalte, von denen Abermillionen heute insolvent sind, schwanken zwischen geduldig ertragener Armut (24) und Wut gegen das System. Die Europäer, die um sich herum wahrnehmen, wie die Arbeitslosigkeit zunimmt, während gleichzeitig der Sozialstaat zerstört wird (25), beginnen allmählich, sich dagegen zu wehren, dass ihnen die Kosten für die Krise auferlegt werden, und machen sich auf die Suche nach den Schuldigen (Banken, Euro, Regierungsparteien).

Aber auch in den Schwellenländern häuft die Krise gesellschaftlichen Sprengstoff an. In China stoßen Maßnahmen zur Eindämmung der Finanzblasen auf den Widerstand derjenigen, die endlich einen gewissen Wohlstand erreichen oder den bestehenden noch weiter mehren möchten. Auch muss die chinesische Wirtschaft Arbeit für Abermillionen Wanderarbeiter zur Verfügung stellen, wenn es nicht zu sozialen Unruhen kommen soll. In Russland ist das niedrige Sozialhilfeniveau mit dem sagenhaften Reichtum der Oberklasse und Oligarchen nur schwer zu vereinbaren. Genau das Selbe gilt für Algerien, wo Unruhen bereits ausgebrochen sind. Ob in Brasilien, Türkei oder Indien, überall führen die schnellen Umbrüche zu Aufständen, Unruhen, Attentaten. Die Vermögensschere ist inzwischen fast überall auf der Welt so weit geöffnet, dass soziale Unruhen drohen. All diese Staaten beginnen 2011 das Jahr mit einem gesteigerten Risiko von schweren Spannungen und der Gefahr von sozialen und wirtschaftlichen Brüchen. Viele Staaten sind zu wahren politischen Pulverfässer geworden.

Dass sich 2011 drei Wege ins Chaos gabeln, macht aus den kommenden Monaten das Jahr, das keine Gnade kennt. Keine Gnade wird es für die Staaten und Städte kennen, die nicht die Schlussfolgerungen aus den drei Jahren Krise ziehen wollten und glaubten, nach einigen kosmetischen Veränderungen das Leben und die Wirtschaft wie gehabt fortführen zu können, ohne die Ursachen der Krise zu bekämpfen. Es wird auch keine Gnade für die Unternehmen und Staaten (26) kennen, die glaubten, die wenigen Aufhellungen am Horizont des Jahres 2010 wären die Vorboten eines ewigen Sommers für die Weltwirtschaft. Und sie wird keine Gnade für die Investoren kennen, die immer noch nicht verstehen wollen, dass die Anlagearten der Welt von Gestern wie Wertpapiere und Devisen nicht die Anlagearten vor Morgen sein können; auf jeden Fall nicht für die nächsten Jahre. Geschichte ist ja nicht heimtückisch. In der Regel warnt sie, bevor sie die Welt von Gestern untergehen lässt. Diesmal gab sie die Warnung 2008 aus. Nach unserer Auffassung wird sie 2011 die Welt von Gestern untergehen lassen. Nur diejenigen, die sich entsprechend auf die neuen Bedingungen vorbereitet haben, werden bestehen. Die anderen werden ins Chaos stürzen.

----------
Noten:

(1) Wie wir die Nachkriegsordnung inzwischen nennen.

(2) Die kürzlich erfolgte Entscheidung des US-Arbeitsministerium, Langzeitarbeitslose bis fünf Jahre noch in der Statistik zu führen, während sie bisher schon nach zwei Jahren herausfielen, zeigt, dass die Krise in eine neue Phase eingetreten ist, in der das, was vor der Krise noch üblich war, nicht einfach fortgeschrieben werden kann. Übrigens hat die US-Regierung diese Entscheidung damit gerechtfertigt, dass die Langzeitarbeitslosigkeit wie nie zuvor angestiegen sei. Quelle: The Hill, 28/12/2010

(3) Diese Maßnahmen, ob währungspolitisch, finanziell, wirtschaftlich, haushälterisch oder außenpolitisch, sind nunmehr eng miteinander verwoben. Deshalb werden sie auch in einer Abfolge der Schocks gemeinsam zerbrechen.

(4) Quelle: The Independent, 13/01/2011

(5) Es ist sogar noch schlimmer, denn erst durch die internationale Hilfe konnte die Cholera, die tausende Tote verursacht hat, auf der Insel ausbrechen.

(6) Übrigens hat Timothy Geithner, der US-Finanzminister, der nicht gerade für überschäumende Phantasie bekannt ist, soeben erklärt, dass « die amerikanische Regierung sich gezwungen sehen könnte, erneut ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen.“ Er bezog sich dabei auf die Bankenrettung 2008. Quelle: MarketWatch, 13/01/2011

(7) Übrigens sind Indien und der Iran dabei, sich einen Mechanismus für den Tausch von Gold gegen Öl einzurichten. Damit soll eine Versorgungsunterbrechung verhindert werden. Quelle: Times of India, 08/01/2011

(8) Der FAO-Index für Lebensmittelpreise hat im Januar 2011 seinen bisherigen Rekord von 215 im Mai 2008 mit nunmehr 215 übertroffen.

(9) Die Banken an der Wall Street stoßen zurzeit mit großer Eile und wie noch nie zuvor seit 2004 ihre US-Staatsanleihen ab. Offiziell geben sie als Begründung an, die „hervorragende Erholung der US-Wirtschaft rechtfertige nicht mehr eine konservative Anlage in US-Staatsanleihen“. Natürlich können Sie das glauben, wenn Sie wollen. Dieser Journalist bei Bloomberg in einem Artikel vom 10/01/2011 tut es ja auch.

(10) Euroland bereitet sich in großen Schritten ja schon darauf vor, wie wir es in der 50. Ausgabe des GEAB beschrieben, die Investoren bei einer Refinanzierung staatlicher Schulden angesichts eines drohenden Staatsbankrotts mit einem Abschlag mit in die Haftung zu nehmen. Inzwischen verschlechtert sich auch die Situation für amerikanische und japanische Staatsanleihen. Quellen: Bloomberg, 07/01/2011; Telegraph, 05/01/2011

(11) Wir gehen davon aus, dass im Allgemeinen die Bilanzen der großen internationalen Banken zumindest 50% Scheinwerte verzeichnen, die im Laufe des Jahres um 20 bis 40% wertberichtigt werden müssen, da die Welt wieder in die Rezession gerät, die Sparpakete wirken, Kredite an Verbraucher, Unternehmen, Gemeinden und Städte sowie Staaten platzen, Währungskriege ausbrechen und die Immobilienpreise weiter einbrechen. Quelle: Forbes, 12/01/2011

(12) Jeder dieser Immobilienmärkte wird 2011 noch sehr starken Preiskorrekturen ausgesetzt sein. Chinas Immobilienmarkt, an dem die Preise bisher noch nicht gefallen waren, wird natürlich besonders hohe Abschläge hinnehmen müssen.

(13) Die japanische Wirtschaft ist übrigens eines der ersten Opfer dieser Währungskriege. Inzwischen geben in einer Umfrage der Kyodo News 76% der Chefs der 110 größten japanischen Unternehmen an, dass nach ihrer Auffassung wegen des Kursanstiegs des Yen sich die Lage der japanischen Wirtschaft verschlechtern werde. Quelle: JapanTimes, 04/01/2011

(14) Hier einige aussagekräftige Beispiele, die der immer sehr lesenswerte John Rubino zusammengestellt hat. Quelle: DollarCollapse, 08/01/2011

(15) Nur zur Erinnerung, in der 48. Ausgabe des GEAB vom 15. 10.2010 hatten wir Tunesien in die Gruppe mit hohem Risiko für 2011 eingestuft.

(16) Es kann auch kein Zweifel daran bestehen, dass das tunesische Beispiel zu einer Reihe von Neubewertungen in den Rating Agenturen und bei den « Experten in internationalen Beziehungen » führen wird, die wie immer im Vorfeld mal wieder nichts bemerkt hatten. Es zeigt weiterhin, dass die Satellitenstaaten des Westens im Allgemeinen und der USA im Besonderen den Schocks der folgenden Jahre in besonderem Maßen ausgesetzt sein werden. Und es bestätigt, was wir immer wieder schreiben: In einer Krise beschleunigen sich die geschichtlichen Abläufe. Das Regime von Ben Ali bestand 23 Jahre; es brach in nur wenigen Wochen zusammen. Wenn ein Regime oder eine Situation nicht mehr in die Zeit passt, geschehen Veränderungen mit beeindruckender Geschwindigkeit. Und alle arabischen pro-westlichen Regimes passen nunmehr, nach den Ereignissen in Tunesien, nicht mehr in die Zeit.

(17) Es kann ebenfalls kein Zweifel daran bestehen, dass die Ohnmacht der westlichen Schutzmächte in Rabat, Kairo, Amman und Riad usw. sehr wohl beobachtet und analysiert wird.

(18) Wir kommen darauf noch im Detail zu sprechen. Aber die Chinesen jedenfalls haben es schon richtig erkannt. Quelle: Xinhua, 02/01/2011

(19) Allmählich erkennen die Europäer, dass auch die Ereignisse in Peking, Moskau, Brasilia, New Delhi usw. auf ihr Leben bedeutenden Einfluss nehmen. Die Welt ist größer als nur Washington. Quellen: La Tribune, 05/01/2011; Libération, 24/12/2010; El Pais, 05/01/2011

(20) Die ganze Energie Japans wird für Versuche aufgebraucht, der Anziehungskraft Chinas zu widerstehen. Die anderen Länder des Westens sind strukturell nicht in der Lage, wesentlichen Einfluss auf die Zeitläufte zu nehmen.

(21) Der Platz des Dollars im internationalen System gehört zu diesen Resten an Fundamenten, die die BRIC mit Nachdruck und systematisch zerstören.

(22) Was die Defizite anbelangt, sind die USA beispielhaft. Geredet wird zwar anders, aber geändert hat sich mit der Krise nichts. Das Defizit wächst weiter exponentiell. Selbst der IWF schlägt inzwischen Alarm. Quelle: Reuters, 08/01/2011

(23) Selbst Market Watch vom 12/01/2011, das sich die Sorgen, die auf dem Forum in Davos geäußert wurden, zu eigen macht, warnt vor den Folgen einer fehlenden internationalen Koordination, die schon an für sich ein wesentliches Risiko für die Weltwirtschaft darstelle.

(24) Millionen Amerikaner sind zum ersten Mal in ihrem Leben auf Tafeln angewiesen, während in Kalifornien wie auch in anderen Staaten das öffentliche Bildungssystem zerfällt. Illinois wird in Studien zu seiner finanziellen Lage inzwischen schon mit der Titanic verglichen. 2010 wurden bei Zwangsvollstreckungen in Wohnimmobilien alle Rekorde gebrochen. Quellen: Alternet, 27/12/2010; CNN, 08/01/2011; IGPA-Illinois, 01/2011; LADailyNews, 13/01/2011

(25) Irland, das seine Wirtschaft neu aufbauen muss, ist ein gutes Beispiel für die Entwicklungen, die uns drohen. Selbst Deutschland, das zurzeit wirtschaftlich hervorragend aufgestellt ist, wird sich diesen nicht entziehen können, wie man an den Kürzungen im Kulturetat sehen kann. Und in Großbritannien müssen Millionen Rentner mitansehen, wie ihre Ruhebezüge das dritte Jahr in Folge gekürzt werden. Quellen: Irish Times, 31/12/2010; Deutsche Welle, 03/01/2011; Telegraph, 13/01/2011

(26) Die USA steuern ungebremst in die Schuldenmauer, weil sie sich als unfähig erweisen, die Probleme zu antizipieren. So hat Ben Bernanke, der Chef der Fed, erklärt, dass die Fed den Staaten und Gemeinden, die nach der Washington Post vom 05/01/2011bis zu 30% ihrer Steuereinkommen eingebüßt haben und die damit vor dem Bankrott stehen, nicht helfen werde. Der Kongress hat das Programm der Ausgabe von Bonds zur Finanzierung von Bundesstaaten und Gemeinden (Bild Americ bonds), die vielen Staaten während der letzten zwei Jahre vor der Insolvenz haben, eingestellt. Washington will offensichtlich die Krise nicht zur Kenntnis nehmen, genauso wie es 2007/2008 die Immobilienblase und die Subprime-Krise nicht sehen wollte. Quellen: Bloomberg, 07/01/2011; WashingtonBlog, 13/01/2011

Jeudi 11 Août 2011
LEAP/E2020
Lu 53564 fois


In der selben Rubrik:
1 2 3 4 5 » ... 19

GEAB N°89- Zusammenfassung

- 15. November 2014 -

Umfassende weltweite Krise 2015 – Die Weichen sind auf Zukunft gestellt; Europa wird der Kriegslogik des westlichen Lagers entrinnen

- Was uns der Börsengang Alibabas lehrt
- Die Globalisierung ‘nach chinesischer Art’ setzt sich fort
- Europa-Russland: Wie lange lassen wir uns noch zur Witzfigur machen?
- Europa in der vollen Verdrängung der - Wirklichkeit
- Über die europäisch-russische Energieabhängigkeit
- Auf dem Weg zu einer Lösung der Ukrainekrise
Lesen Sie die Pressemitteilung

Schieferöl - Boom oder Betrug?
- Revolution oder Betrug ?
- Frackinboom – Wer steckt dahinter?
- Von einem globalen Petrodollar- Ölmarkt zu einem westlichen Petrodollar- Ölblock
- Die Erdölindustrie in der Krise
- 2015: Schwere Zeiten für die Ölmärkte
Abonnieren Sie

Den Weg des Geldes sichtbar machen
- Der Carry-Trade
- Leichtes Geld …
- … hohes Risiko
- Schwellenmärkte
- Japan und Europa als die Retter des Dollars
- Folgen
Abonnieren Sie

Investitionen, Trends und Empfehlungen
- Devisen
- Erdöl
Abonnieren Sie

GLOBALEUROMETER
Ergebnisse – November 2014
Abonnieren Sie



The $375bn Europe wants to invest but doesn’t have

New European Commission President Jean-Claude Juncker is preparing a €300bn ($375bn) investment plan he will present as a cornerstone of efforts to revive an ailing economy...

Read

Gulf Times
21/11/2014

The $375bn Europe wants to invest but doesn’t have

New European Commission President Jean-Claude Juncker is preparing a €300bn ($375bn) investment plan he will present as a cornerstone of efforts to revive an ailing economy...

Read

Gulf Times
21/11/2014

The $375bn Europe wants to invest but doesn’t have

New European Commission President Jean-Claude Juncker is preparing a €300bn ($375bn) investment plan he will present as a cornerstone of efforts to revive an ailing economy...

Read

Gulf Times
21/11/2014