GLOBAL SYSTEMIC CRISIS Press clippings
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Die US-Zentralbank vor dem Dilemma des Sommers 2011: Die Wirtschaft braucht absolut QE3, aber die FED ist absolut unfähig, ein solches Programm zu organisieren
- Auszug GEAB N°53 (17. März 2011) -
Wir haben bereits in vorhergehenden Ausgaben darüber berichtet: Mit dem Programm des Quantitative Easing II hat die FED das Vertrauen in den Dollar und die US-Wirtschaft nachhaltig erschüttert; seitdem ist die FED der fast alleinige Aufkäufer von US-Staatsanleihen. Schon nach den offiziellen Angaben kauft sie 70% der neu ausgegebenen Papiere. Mit Strohmanngeschäften, die über die Londoner City und Steueroasen abgewickelt werden, dürfte der wahre Anteil aller Wahrscheinlichkeit nach bei über 90% liegen. Aber welchen Anteil die FED nun genau aufkauft, ist eigentlich nicht so wichtig. Denn nach unserer Auffassung (1) ist das nun schon seit längerer Zeit gängige Praxis. Schon seit Jahren kauft die FED das Gros der neuen US-Staatsanleihen im Umweg über seine „primary dealers“ und die verschlungenen Wege der internationalen Finanzmärkte. Entscheidend ist, dass mit der seit 2009 offiziell verkündeten Politik des Quantitative Easings etwas, das solange im Verborgenen stattfand, wie es noch zu verbergen war, mit einem Mal zur offiziellen Politik wurde.
Das blinde Vertrauen der Finanzmärkte in die US-Wirtschaft ermöglichte der FED ihre « kleinen Freiheiten » mit der Wirklichkeit, ohne dass irgendjemand dadurch nervös geworden wäre. Die überwiegende Zahl der Investoren konnte sich sicherlich nicht einmal vorstellen, dass sich diese Manipulationen über die Jahre zur ständigen Übung entwickelt hatten. Da Wirtschaft aber zu einem großen Teil auch angewandte Massenpsychologie ist, ist der entscheidende Faktor für die zukünftig deutlich erschwerte Finanzierbarkeit der US-Schulden die Tatsache, dass heute die meisten Investoren wissen, dass nur noch die FED die US-Staatsanleihen kauft.
Die Dreifachkatastrophe in Japan führt dazu, dass diese Tatsache noch mehr in den Fokus der Anleger gerät. Denn ab sofort ist jeder Versuch, der Welt vorzumachen, dass Japan, das nunmehr seine letzten Finanzreserven für die Rettung des Landes aufbringen muss, weiterhin US-Staatsanleihen aufkaufe, zum Scheitern verurteilt. Die FED steht in der Sackgasse, in der sie schon seit einigen Jahren steckt, nun an der Mauer des drohenden finanziellen Zusammenbruchs (2). Denn in drei Monaten, wenn das Programm des QE2 auslaufen wird, muss sie in der selben Sache lügen und die Wahrheit sagen: Sie muss behaupten, dass QE2 funktioniert habe, dass die US-Wirtschaft sich wieder im Aufschwung befinde und sie daher keine weiteren Staatsanleihen kaufen müsse, und gleichzeitig weiterhin 90% der Titel kaufen, da ohne die FED es keine wesentliche Nachfrage mehr gäbe.
In nur drei Jahren ist die Einstellung der Finanzmärkten zu Staatsschulden im allgemeinen und US-Schulden im besonderen gekippt. Die Anleger werden aus der allgemeinen finanziellen Lage der USA ihre Konsequenzen ziehen und, wie PIMCO es schon vorgemacht hat, ihre US-Staatsanleihen abstoßen.
Entwicklung der gebundenden US-Staatsausgaben (3) (einschließlich Zinsdienst) und des Einkommens (1980 bis 2050) (in Prozent des BIP) (blau: Einkommen/ rot: gebundene Ausgaben) - Quellen: USA Inc. / US Congressionnal Budget Office, 03/2011
Wir wollen also die Lage des Sommers 2011 auf dem Markt für US-Staatsschulden wie folgt zusammenfassen:
- Der Markt für Munis, also die Anleihen der US-Gebietskörperschaften, wird weiter einbrechen, um zu Beginn des US-Steuerjahrs im Juli buchstäblich zu implodieren (4)
- Investoren der Privatwirtschaft (wie PIMCO) verkaufen ihre US-Staatsanleihen oder kaufen zumindest keine weiteren.
- Japan, der drittgrößte Inhaber von US-Schuldentiteln nach der FED und China, muss seine US-Staatsanleihen verkaufen, um seinen Wiederaufbau finanzieren zu können (5)
- Euroland arbeitet stetig daran, seine Abhängigkeit von den angelsächsischen Finanzmärkten zu reduzieren (6). Gemäß der Beschlüsse des Eurolandgipfels vom 11. März 2011 wird der EU-Rettungsschirm zur dauerhaften Einrichtung (7). Damit bestätigt sich ein wenig mehr die bestimmende Rolle Eurolands (8) in der allgemeinen Entwicklung der EU (9). Im Rahmen dieser Entwicklung wird Euroland das Volumen seiner US-Staatsanleihen reduzieren (10).
- China will keine weiteren US-Schulden anhäufen.
- Die Regimes der Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, kämpfen um ihr Überleben und haben das Vertrauen in die Fähigkeit der USA, sie zu schützen, verloren. Die Unterstützung des Markts für US-Staatsanleihen steht auf ihrer Prioritätsliste nicht mehr ganz weit oben. Es steht aus Sicht der Amerikaner vielmehr zu befürchten, dass sie bewusst den Kauf weiterer Papiere einstellen, um Druck auf die USA und damit mittelbar auf Israel zu machen (11)
Schließlich und gewissermaßen als Krönung dieser Entwicklung versinken die USA weiter in einer „Double-dip-Flation“. Niemand mehr glaubt den offiziellen US-Arbeitslosenzahlen, die ja eine Besserung auf dem Arbeitsmarkt suggerieren. Sogar die Mainstream-Medien in den USA geißeln die entsprechenden Statistiken als unrealistisch. CNBC vom 14.02.2011 brachte sogar die Schlagzeile „Wie die Arbeitslosenquote zum schlechten Witz wurde“ (12). Das Außenhandelsdefizit wächst erneut (13). Die Immobilienpreise geben weiter nach. Und die reale Inflation, also die Preissteigerung von Gütern, die die Menschen tatsächlich verbrauchen, hat kräftig angezogen. Das wenigstes, das man sagen kann, ist, dass dies ein Bild einer Wirtschaft zeichnet (14), in die man eigentlich nicht um jeden Preis investieren möchte. Wenn man bedenkt, wie QE2 schon weltweit und auch bei vielen Politikern in Washington Kopfschütteln und Kritik provoziert hatte (vgl. GEAB N°49, lässt sich ableiten, dass der Widerstand gegen ein QE3 immens wäre.
Entwicklung der drei Arbeitslosenquoten in den USA: die offiziellen Quoten U3 (rot) und U6 (grau) und die Alternativquote SGS (die nach den offiziellen Erhebungsmethoden der neunziger Jahre berechnet wird) - Quelle: SGS, 04/02/2011
Aber zwischen der absoluten Notwendigkeit eines QE3 und der absoluten Unmöglichkeit seiner Umsetzung bleibt eine Distanz, mit der die Lebenswirklichkeit sich nicht abfinden wird. Damit wird im zweiten Halbjahr 2011 irgend etwas passieren (15), um diese Distanz zu überbrücken. Das wird dann sein, wenn die These der letzten Jahre, dass keiner der großen Inhaber von US-Staatsanleihen Interesse daran haben könne, seine Papiere zu verkaufen, weil er damit den Wert seiner verbleibenden Anleihen mindere, in Kollision mit der Realität kommen wird. Wahrscheinlich ist das durch die Katastrophen verwüstete Japan ein Realitätscheck, der die wahre Lage der USA noch brutaler zu Tage treten lässt als dies die Unruhen in den Golfländern vermochten. Wenn das Prinzip Hoffnung in die Solidität der US-Staatsanleihen durch zwei so massive Ereignisse wie in Japan und der arabischen Welt (16) gerade zu einem Zeitpunkt erschüttert wird, in dem die US-Wirtschaft, seine Zentralbank und der Markts für US-Staatsschulden so schwach wie wohl noch nie zuvor sind, kann nach unserer Auffassung die Implosion der Blase der US-Staatsschulden im Verlauf des zweiten Halbjahrs 2011 nicht mehr verhindert werden (17).
Wir hatten in der letzten Januarausgabe dargelegt, dass 2011 das schlimmste Jahr seit 2006 sein werde, in dem wir mit unseren Antizipationsarbeiten über die umfassende weltweite Krise begannen, weil insbesondere die internationale Ordnung sich in einem solchen Zustand der Schwäche und des fortgeschrittenen Zerfalls befände, dass sie durch jeden großen Schock aus dem Gleichgewicht geraten könnte. Genau dies steht nun dem Markt für US-Staatsschulden und damit natürlich auch dem Dollar bevor.
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Noten:
(1) Vgl. hierzu die Ausgaben des GEAB der Jahre 2006 und 2007.
(2) Februar 2011 dürfte der Monat sein, in dem ein Rekorddefizit auf Bundesebene zu verzeichnen ist, nämlich 223 Milliarden USD. Quelle: Zerohedge, 07/03/2011
(3) Die gebundenen Ausgaben umfassen neben dem Zinsendienst die Sozialausgaben wie Medicaid, Medicare und Rentenversicherung. Das Szenario geht von einem nachhaltigen Aufschwung in den USA aus.
(4) 44 Bundesstaat stehen vor einem Gesamtdefizit im Jahr 2012 von mehr als 100 Milliarden Dollar. Quelle: CBPP, 09/03/2011
(5) Dass diese Option besteht, wird allmählich auch den Amerikanern bewusst. Quelle: http://www.latimes.com/business/la-fi-japan-global-economy-20110315,0,4326671,full.story, 14/03/2011
(6) Hier artet doch das Verhalten der drei großen angelsächsischen Ratingagenturen geradezu zur Farce aus: Herabstufung der spanischen Bonitätsstufe genau am Vorabend des Eurolandgipfels, Beharren auf der Note Japans unter vollkommener Missachtung des wirtschaftlichen und finanziellen Chaos in dem Land, aber Herabstufung der Note Portugals mit der schwachen Begründung von „ einer Einschätzung von unzureichenden Sparanstrengungen im Staatshaushalt“. Die Investoren scheinen diesmal aber die richtige Reaktion darauf gefunden zu haben: Der Eurowechselkurs bleibt auch nach den Verlautbarungen der Agenturen unverändert. Wir gehen davon aus, dass die Rating-Agenturen das Schicksal der Financial Times von vor einem Jahr erlitten und jegliche Glaubwürdigkeit eingebüßt haben. Sie haben sich auf die Funktion von Verrichtungsgehilfen der angelsächsischen Finanzmärkte herabgelassen, die wiederum im Chaos versinken. Sie werden bald erkennen müssen, dass niemand mehr ihren Einschätzungen vertraut. Damit dürfte sich für neue Rating-Agenturen, die nun auf den Markt drängen, ein weites Betätigungsfeld öffnen, wenn sie bereit sind, objektiv und unparteiisch zu arbeiten. Das dürfte auch für langfristig ausgerichtete Investoren eine interessante Perspektive sein.
(7) Wie wir in vorhergehenden Ausgaben des GEAB dargelegt haben, reduziert Euroland mit der Schaffung einer eigenständigen Finanzinfrastruktur (Fonds, Regeln, Verfahren usw.) ganz maßgeblich seine Abhängigkeit von den Finanzmärkten außerhalb der Eurozone.
(8) Hierzu ist die Lektüre des sehr interessanten Artikels in der Correre della Serra sehr zu empfehlen, der beschreibt, wie die jungen Generationen in Euroland den Euro als ihr Geld akzeptiert haben, ohne die geringste Nostalgie für Mark, Francs, Lire oder Peseten zu verspüren. Quelle: Presseurop, 04/03/2011
(9) Quellen: Yahoonews, 15/03/2011; Deutsche Welle, 12/03/2011
(10) Euroland wird sich vielmehr auf den Aufkauf seiner eigenen Schuldtitel konzentrieren ! Es kann auch kein Zweifel daran bestehen, dass die Zinserwartungen in Euroland und den USA diametral auseinanderlaufen. Quelle: CNBC, 03/03/2011
(11) Vgl. GEAB N°52
(12) Nicht nur ist die Arbeitslosenquote nicht auf 8,9% herunter gegangen, vielmehr liegt sie bei über 20%. Siehe hierzu die folgende Statistik und die sehr instruktive Webseite ShadowStats. Übrigens ist auch die Lektüre des Artikels von Richard Benson im SafeHaven vom 16/02/2011 sehr empfehlenswert, in dem sehr klar der massive Rückgang des aktiven Bevölkerungsanteils in den USA dargelegt wird. Wie unrealistisch die offiziellen Statistiken inzwischen geworden sind, zeigt die Aufforderung der FED an die US-Banken, sich für einen Stresstest vorzubereiten, der von einer Arbeitslosenquote von 11% im ersten Quartal 2012 ausgehen wird. Das heißt nach unserer Auffassung, dass die echte Arbeitslosigkeit wohl bis dahin bei 25% liegen dürfte: Quelle: Zerohedge, 17/02/2011
(13) Quelle: CNBC, 10/03/2011
(14) Wir möchten anregen, einen Blick auf den sehr beeindruckenden Bericht von Mary Meeker zu werfen; er ist mit « USA Inc » überschrieben und listet die wesentlichen Daten der US-Wirtschaft in Form eines Unternehmensgeschäftsberichts auf. Wenn die Staatsanleihen der USA in der USA Inc das sind, was bei Privatunternehmen Aktien sind, dürfte sich für Investoren es keine Alternative zum Verkauf geben. Quelle: KPCB, 02/2011
(15) Ben Bernanke steht vor einer Unmöglichkeit, zu deren Entstehung er selber beigetragen hat. Quelle: Financial Sense, 03/03/2011
(16) Quelle: Bloomberg, 16/03/2011
(17) Unter der Regierung Obama stieg die Verschuldung der Bundesebene um 3.500 Milliarden USD. Quelle: CBS, 23/02/2011
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GEAB N°64 - Zusammenfassung
- 17. April 2012 -
Frankreich 2012 bis 2014: Ein schweres Erdbeben erschüttert die Grundfesten der Republik - und wie die internationale Politik dadurch verändert wird
Nach unserer Auffassung wird der Sieg Hollandes eine Reihe von strategischen Umbrüchen auslösen, die massiv Auswirkungen auf die Entwicklung Europas haben werden; darüber hinaus werden sie ganz wesentlich die gegenwärtigen globalen Veränderungen, die mit dem Ausbruch der weltweiten Krise 2008 eingesetzt haben, beschleunigen… (Seite 2)
. Eine französische Präsidentschaftswahl 2012, die geopolitisch von größerer Bedeutung ist als die US- Präsidentschaftswahlen 2012 (Seite 3)
. Die Enthüllungen der Exzesse des Präsidenten und seiner Geschäftemacherei zu Gunsten seiner Freunde, wie sie noch kein Präsident vor Sarkozy betrieben hatte, werden das Präsidialregime der Fünften Republik in seinen Grundfesten erschüttern... (Seite 3)
. Das Erdbeben, das die Institutionen der Republik in ihren Grundfesten erschüttert, wird die Integration Eurolands vorantreiben und die republikanische Integrität des Landes stärken... (Seite 5)
. Die Auswirkungen der Wahl François Hollandes auf die Politik Eurolands (2012 bis 2014)... (Seite 10)
. Die Auswirkungen der Wahl François Hollandes auf die Entwicklung einer neuen Weltordnung (2012 bis 2015)... (Seite 13)
Lesen Sie die Pressemitteilung
Methodik der Politischen Antizipation / Von der Notwendigkeit, Versuche der Meinungsmache zu durchschauen
Ob beim Einmarsch in den Irak durch die USA 2003, beim Angriff der angelsächsischen Finanzmärkte auf den Euro 2011/2012, dem Angriff gegen Libyen 2011, bei der Stimmungsmache für Nicolas Sarkozy oder beim möglichen israelisch- amerikanischen Angriff gegen den Iran - in all diesen Fällen konnte man sehr schön beobachten, wie das, was man früher bei den Sowjets « Agitprop » oder bei den Amis« Psy-ops » nannte, erneut in schönster Blüte steht… (Seite 15)
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Der kanadische Immobilienwahnsinn als Kopie der amerikanischen Fehler – Ab 2013 brechen die Preise zwischen 15% und 25% ein
In der folgenden Antizipation zur Entwicklung des kanadischen Wohnimmobilienmarktes werden wir zeigen, dass das kanadische „Wirtschaftswunder“ lediglich eine Fata Morgana ist, nämlich eine unmittelbare Folge einer exzessiven Überschuldung der Privathaushalte, mit der eine massive Immobilienblase aufgeblasen wurde, die kurz vorm Platzen steht… (Seite 19)
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Strategische und praktische Empfehlungen
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. Hedge Fonds der City / Spekulation gegen den Euro – Die Regierungen bereiten einen brutalen Gegenangriff vor... (Seite 24)
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Der GlobalEurometer - Ergebnisse & Auswertung
Mit 74% der Befragten (im Vergleich zu 71% im März 2012), die davon ausgehen, dass der US- Dollar in den nächsten Monaten deutlich an Wert verlieren werde, wächst die Mehrheit der Befragten, die der US- Währung keine rosigen Zeiten vorhersagen… (Seite 26)
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