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Die Dekantierungsphase der umfassenden Krise: die weltweite Konkurswelle!- Pressemitteilung des GEAB vom 18. Januar 2009 -
2007 hatten wir unsere Einschätzung bekannt gegeben, dass die amerikanischen Banken und die US-Privathaushalte insolvent wären. Vor mehr als einem Jahr hatten wir berechnet, dass die fiktiven Vermögenswerte sich auf eine Gesamtsumme von über 10.000 Milliarden Dollar beliefen, die sich in der Krise in Luft auflösen würden. In den Analysen der überwiegenden Mehrheit der Wirtschaftsexperten über die Lage der Wirtschaft war davon nichts zu finden. Der weitere Ablauf der Ereignisse hat gezeigt, dass unsere Einschätzung korrekt war. Heute sagen wir voraus, dass eine neue Sequenz der Dekantierungsphase der weltweiten umfassenden Krise eingesetzt hat, nämlich die Phase der weltweiten Konkurswelle.
Im Gegensatz zu dem, von dem Politiker und Zentralbanker weltweit ausgehen, ist die aktuelle Liquiditätskrise, die sie mit Senkung der Leitzinsen auf historische Tiefststände und der Vermehrung der Geldmenge in noch nie da gewesenem Maße beheben wollen, nicht der Grund, sondern die Folge der aktuellen Krise. „Bankbilanzen (1), überschuldete Haushalte (2), Unternehmenskonkurse und Defizite der öffentlichen Haushalte mutierten zu Fässern ohne Boden, in denen die liquiden Geldmengen verschwinden, ohne dass eine Ende absehbar wäre. Dies ist ein jedoch ein Insolvenzproblem, also ein Überschuldungsproblem, und nicht nur ein Liquiditätsproblem, also ein momentaner Engpass an flüssigen Geldmitteln. Mit einer immer noch gemäßigten Schätzung der weltweit fiktiven Vermögenswerte von inzwischen 30.000 Milliarden Dollar (3), gehen wir davon aus, dass die Welt vor dem Problem einer allgemeinen Zahlungsunfähgigkeit steht, das natürlich vor allem die Länder, Unternehmen und Privathaushalte trifft, die überschuldet sind oder überwiegend von einem florierenden Finanz- und Bankensektor abhängen.
Entwicklung der Börsenkapitalisierung 2008 weltweit (in 1000 Milliarden Dollar) – Quelle: Thomson financial Datastream, 01/2009
Wie unterscheidet sich eine Solvenzkrise von einer Liquiditätskrise?
Die Unterscheidung zwischen Liquiditätskrise und Solvenzkrise kann etwas technisch und letztendlich wenig bedeutungsvoll für die weitere Entwicklung der Krise erscheinen. Jedoch handelt es sich dabei um alles andere als einen akademischen Streit, denn je nachdem, welche Art von Krise vorliegt, sind die aktuellen Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken entweder hilfreich oder zwecklos, bzw. sogar gefährlich. Mit einem einfachen Beispiel kann man den Unterschied (und die Bedeutung des Unterschieds) darstellen. Wenn Sie vor einem vorüber gehenden Engpass flüssiger Mittel stehen und ihre Bank oder ihre Familie Ihnen das notwendige Geld zur Verfügung stellt, damit sie die schwierige Phase überstehen, profitieren alle davon. Denn Sie können Ihr Unternehmen fortführen, Ihren Angestellten und sich selbst ein Gehalt zahlen, ihre Gläubiger bezahlen (für die Bank sicherlich zuzüglich Zinsen); alle verdienen weiter Geld und können Geld ausgeben – die ganze Wirtschaft profitiert davon. Wenn Sie aber nicht nur vor einem vorübergehenden Engpass fehlender flüssiger Mittel stehen, sondern ihr Geldproblem Folge eines Geschäftssmodells ist, das keine Erträge abwirft und in der aktuellen Wirtschaftssituation in absehbarer Zeit auch keine Erträge wird abwerfen können, wird die Stützungsaktion ihrer Bank oder ihrer Familie kontra-produktiv, und zwar in einem Maße, die von der Höhe der Unterstützung abhängt. Denn nach aller Wahrscheinlichkeit werden Sie Ihre Bitte um Unterstützung wiederholen müssen, wobei Sie natürlich versichern werden, dass die schwierige Phase bald überwunden sein werde. Ihre Bank oder Familie werden natürlich Angst haben, im Fall Ihres Konkurs ihr bereits investiertes Geld zu verlieren, und damit recht motiviert sein, auch Ihren weiteren Bitten Folge zu leisten. Aber wenn Ihre Situation sich nicht verbessert, was unvermeidlich ist, wenn Ihre Geldprobleme die Folge von mangelnder Rentabilität sind, wird eines Morgens der Tag der Wahrheit anbrechen: Ihre Bank wird zur Schlussfolgerung kommen, dass sie mehr Geld verlieren wird, wenn sie Sie weiter unterstützt, als wenn sie Sie in Konkurs gehen läßt; und Ihrer Familie geht schlichtweg das Geld aus, weil Sie ihr Erspartes abgeschöpft haben. Mit einem Mal sind Sie nicht nur bankrott, sondern Sie haben darüber hinaus Ihre Familie ruiniert und Ihrer Bank (4). Verluste bereitet. Ihr Geschäftsumfeld und Ihre Familie (5) stehen viel schlechter da, als dies der Fall wäre, wenn Sie sich sogleich in Ihr finanzielles Schicksal gefügt hätten. Natürlich können Sie sich ohne Arglist und mit den besten Absichten gegen Ihren Bankrott gestemmt haben, wenn eine Veränderung der wirtschaftlichen Bedingungen die Ertragslage Ihres Unternehmens verschlechtert hat, ohne dass Ihnen die Auswirkungen oder die Nachhaltigkeit dieser Veränderungen bewusst waren.
Zahl der Konkursanträge pro Tag in den USA - Quelle: CreditSlips, 01/2009
Nach unserer Auffassung veranschaulicht dieses Beispiel in perfekter Weise die Lage, in der zum Jahresanfang 2009 das gesamte globale Finanzsystem, ein wichtiger Teil der Weltwirtschaft und alle Wirtschaftsakteure (Staaten eingenommen), die ihr Wachstum der letzten Jahre auf Pump finanziert haben, sich befinden. Die aktuelle Krise hat ein weltweites Solvenzproblem offen gelegt und verstärkt.
Die Welt wird sich nun darüber bewusst, dass sie viel ärmer ist, als ihr im letzten Jahrzehnt vorgegaukelt wurde. 2009 ist das Jahr, in dem alle Wirtschaftsakteure sich Gewissheit über ihre finanzielle Situation verschaffen müssen, wobei sie dabei einberechnen müssen, dass wesentliche Bestandteile ihres Vermögens noch weiter an Wert verlieren. Die Schwierigkeit dabei ist, dass immer mehr Wirtschaftsakteure den traditionellen Indikatoren und Messinstrumenten nunmehr mißtrauen. Das Vertrauen in die Rating-Agenturen ist vollkommen zusammen gebrochen. Der US-Dollar ist nur noch die Fiktion einer weltweiten Geldmaßeinheit, die viele Staaten versuchen, so schell wie m öglich abzustoßen (6). Inzwischen steht der gesamte Finanz- und Bankenbereich unter Verdacht, nur noch ein Fass ohne Boden zu sein. Bei den Unternehmen geben die Auftragsbücher keinen verlässlichen Ausblick auf die zukünftige Auslastung und damit Ertragslage mehr (7), da in allen Wirtschaftsbereichen die Kunden massiv Aufträge stornieren (8) oder schlichtweg den Konsum einstellen, selbst wenn sie mit äußerst preiswerten Angeboten gelockt werden, wie man an den zusammen brechenden Einzelhandelsumsätzen der letzten Wochen sehen konnte (9). Den Staaten und sonstigen Gebietskörperschaften brechen die Steuereinnahmen weg, so dass die öffentlichen Haushaltsdefizite noch weiter explodieren werden, was wiederum zu weiteren Insolvenzen führen kann. Von den russischen Milliardären (10) über die Ölmonarchien des Persischen Golfs bis zum Wirtschaftseldorado China (11) leiden alle Gänse, die noch vor kurzem für die globalen, insbs. europäischen, japanischen und nord-amerikanischen (12) Unternehmen und Banken goldene Eier legten, plötzlich unter akutem Darmverschluss, da Ihnen das Geld schon ausgegangen ist oder sie kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen. Die Frage nach der Solvenz der USA und ihrer Bundesstaaten (13) sowie der von Russland oder Großbritannien wird allmählich auch in den großen internationalen Medien gestellt. Ebenso gibt es Zweifel an der Solidität der großen Pensionsfonds, die maßgeblich an der Wirtschaftsaktivität der letzten zwanzig Jahre beteiligt waren. Für LEAP/E2020 ist die Tendenz eindeutig: die Sequenz, die mit Jahresanfang 2009 eingesetzt hat, ist sehr wohl die der weltweiten Insolvenz.
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Noten: (1) Hier finden Sie übrigens eine sehr hilfreiche Liste der US-Banken, die knapp vor dem Konkurs stehen (LewRockwell.com, erstellt auf der Basis der Texas Ratio, die ermöglicht, die Risikoexponiertheit eines Unternehmens zu messen. (2) Diese von der Zentralbank von New York erstellte Karte der ausstehenden Kredit- und Immobilienschulden in den USA im 2. Quartal 2008 ermöglicht einen Einblick in das Ausmaß der Auswirkungen der Krise auf die Einnahmen der Privathaushalte und ihr Schuldenniveau. Quelle: NewYorkFed, 12/2008 (3) Die Entwicklung der Börsenwerte weltweit ist ein guter Indikator für dieses In-der Luft-Auflösen der fiktiven Vermögenswerte, wobei er die Vermögensverluste am Immobilienmarkt und in anderen Anlagenarten, die noch hinzukommen, noch nicht einmal einbezieht. Der Präzision halber weisen wir aber auch darauf hin, dass es auch Vermögenswerte gibt, die im aktuellen Strudel der Krise mit hinabgerissen wurden, die sich aber, wenn erst einmal das Schlimmste vorbei sein wird, erholen werden, also gerade nicht fiktiv sind. (4) Von den Angestellten, Lieferanten und Kunden ganz zu schweigen… (5) Eine solche Situation in der Größenordnung eines ganzen Landes führt zu einem sozialen Chaos. Im übrigen geht selbst die US-Armee davon aus, dass die sozialen Spannungen, die aus der Krise entstehen können, sie zu einem militärischen _Eingreifen zwingen könnten. Quelle: ElPasoTimes, 29/12/2008 (6) Wir können den internationalen Finanzsinstitutionen und insbs. den Verantwortlichen der statistischen Dienste nur dringend ans Herz legen, eine alternative monetäre Rechnungseinheit zu schaffen, die sich aus einem Währungskorb wichtiger Weltwährungen zusammen setzt (z.B. 25% USD, 25% Euro, 25% Yen und 25% Yuan), bis die politischen Instanzen die Schaffung einer Weltwährungseinheit beschlossen haben werden; denn die US-Zahlungsunfähigkeit und der Zusammenbruch des internationalen Währungssystems, die wir für den Sommer 2009 voraussagen, wird unmittelbar zu einem Ende der Marktfähigkeit vieler Anlagewerte und einem Zusammenbruch der globalen Finanzströme führen. Es ist daher dringend, auch wenn dies das Ergebnis von inoffiziellen Absprachen auf Beamtenebene und einer Schattenbuchführung sein muss, die aktuellen Statistiken, die fast ausschließlich in US-Dollar erstellt sind, mit einer „Auffang“-Währung aus einem Währungskorb zu unterlegen. Damit könnte ein statistischer Überblick in einer Zeit gesichert werden, in der ein neues Weltwährungssystem aufgebaut werden muss. (7) Eine Artikelserie im Spiegel (18.12.2008) mit dem Titel: „Die Ruhe vor der globalen Rezession“ zeigt sehr schön die deutsche Blickweise auf die Krise. Und der allgemeine Rückgang im Warentransportverkehr in der Eurozone ist auch ein eindringliches Indiz. Quelle: Libération, 12/01/2009 (8) Einer der vorausschauenden Indikatoren für die Weltwirtschaft ist sicherlich der Markt für Werkzeugmaschinen, denn mit ihnen werden die Industrieprodukte erzeugt. Die Aufträge für Werkzeugmaschinen geben einen Ausblick auf den Zustand der produzierenden Wirtschaft in sechs oder zwölf Monaten. Die zwei großen weltweiten Exporteure für Werkzeugmaschinen sind Japan und Deutschland; die Entwicklung ihrer Absatz – und Exportzahlen in diesem Bereich ist also ein sehr guter Indikator für die Aussichten der globalen Industrie. Und diese Aussichten sind düster für 2009, denn Japan hat, im selben Maße wie Deutschland, im November einen massiven Rückgang seiner Aufträge für Werkzeugmaschinen (von Oktober 2008 auf November 2008,2%) hinnehmen müssen. Das ist der massivste Rückgang seit 1987, also das Jahr, in dem diese Statistiken eingeführt wurden. Quelle: MarketWatch, 15/01/2009 (9) In den Vereinigten Staaten geht man davon aus, dass 25% der Einzelhandelsgeschäfte 2009 schließen müssen. Quelle: ClusterStockAlleyInsider, 27/12/2008 (10) Die russischen « Milliardäre » sehen sich inzwischen gezwungen, beim Kreml um finanzielle Hilfe zu bitten, dessen Finanzreserven aber auch wie Schnee in der Sonne schmelzen. Quelle: Spiegel, 08/01/2009 (11) Das „chinesische Eldorado“ verwandelt sich 2009 in einen sozialen und wirtschaftlichen Strudel. Quellen: Janelanaweb, 25/12/2008 ; Yahoo/Reuters, 07/01/2009 ; Guardian, 13/01/2009 (12) Der nicht lange zurück liegende Bankrott von Nortel, führendes nord-amerikanisches Telekommunikationsunternehmen, ist dafür ein bezeichnendes Beispiel (13) Quellen : USAToday, 28/12/2008 ; Reuters, 02/01/2009 Dimanche 18 Janvier 2009
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GEAB N°61 - Zusammenfassung- 17. Januar 2012 -
Umfassende weltweite Krise – 2012: Das Jahr der Zeitenwende in den internationalen Machtverhältnissen
Mit dieser 61. Ausgabe des GEAB jährt es sich nun zum sechsten Mal, dass die Mitarbeiter von LEAP/E2020 mit ihren Abonnenten und Lesern seines monatlichen Informationsbriefs ihre Vorhersagen über die Entwicklung der umfassenden weltweiten Krise teilen. Und zum ersten Mal in diesen vergangenen Jahren sagen wir in dieser Januarausgabe, die eine Übersicht über unsere Vorhersagen für dieses Jahr enthält, ein Jahr voraus, in dem sich die Krise nicht einfach weiter verstärken wird, sondern auch die ersten Elemente der „Welt von Morgen“ (...) sich herauskristallisieren... (Seite 2) Lesen Sie die Pressemitteilung USA 2012: Auf dem Weg zur Tragödie eines QE3 Die amerikanische Finanzpolitik steht heute vor der Herausforderung der Staatschuldenkrise, deren ultimatives Opfer sie sein werden. Wie LEAP/E2020 vorhergesehen hat, wird die Schuldenkrise der Eurostaaten 2011 der Zünder sein, der die US-Schuldenbombe 2012 zur Explosion bringt, auch wenn in einer Medienkampagne verzweifelt versucht wird, die Menschen vom Gegenteil zu überzeugen. Der massive Verkauf von US-Staatsanleihen durch die großen Zentralbanken im zweiten Halbjahr 2011 belegt aber die Richtigkeit unserer Vorhersage in beeindruckender Weise… (Seite 7) Abonnieren Sie VORHERSAGEN 2012: 20 MAL RAUF UND 15 Mal RUNTER, 35 SCHLÜSSELTHEMEN FÜR 2012 Up oder Down? Die politische Pattsituation in den USA; Die Londoner City und Wall Street; Der Westen als Interessen- und Wertegemeinschaft; Der Anstieg der Zinsen; Wall Street und die City als Schwarze Löcher des Finanzsystems; Der Wert der chinesischen Währungsreserven; Das britische Pfund (und die Gilts); Die Entstehung eines neuen europäischen Souveräns: Euroland; Der « kleine kalte Krieg » zwischen USA und China; Italien; Die Eurokrise; Die Bedeutung des Dollars in den globalen Handelsbeziehungen; Die Ratingagenturen; Die « große europäische Staatsschuldverschreibung » (GESSV); MerkHollMont ; Ron Paul ; Der weitere Vormarsch von Gold im internationalen Währungssystem; Die Rezessflation; Die Zahl, die Größe und der Einfluss der westlichen Banken; Sarkozy, Cameron, Netanjahu und Medwedew; Die Reifung der BRICS zu einem wichtigen Akteur auf der internationalen Bühne; Die Türkei verlässt das westliche Lager; Die europäische Tobin-Steuer; Die laizistischen und prowestlichen Bewegungen in der islamischen Welt; Wachstum; Klagen und Strafverfahren gegen Bankvorstände und Hedge Fonds- Manager; Der Zerfall des Weltwährungssystems in drei Zonen: Dollar, Euro, Yuan; Die allgemeine Abwertung der Schulden der westlichen Staaten; Die Wutbürger; Die EU als „Europa“; QE3 als Wunderwaffe zur Rettung der US-Wirtschaft; Die Fähigkeit der USA zu Militäreinsätzen; Die Meerenge von Hormus und eine neue Fassette der Krise im Mittleren Osten; Schottlands Unabhängigkeit; Die Nützlichkeit der G20 (page 19) Abonnieren Sie Der GlobalEurometer - Ergebnisse & Auswertung (...) nimmt auch die Mehrheit zu, die die Auffassung vertritt, europäische Bekämpfungsmaßnahmen der Krise seien wirksamer als nationale Alleingänge (80% im Januar 2012 im Vergleich zu 77% im Vormonat) … (Seite 36) Abonnieren Sie
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Umfassende weltweite Krise – USA 2012/2016 : Ein zahlungsunfähiges und unregierbares Land